Archiv für November 2014

Unbroken: Angelina Jolie in Berlin

Freitag, 28. November 2014

So kennt man es von Konzerten der ganz großen Rock- und Popstars: einfach 40 Minuten später anfangen und dann so tun, als sei nichts gewesen. Wer eine Erklärung, geschweige denn eine Entschuldigung erwartet, ist schlicht im falschen Film. Als sie schließlich auftaucht, übt sich Angelina Jolie in Bescheidenheit. Demut ist angesagt auf dieser Pressekonferenz am vergangenen Donnerstag in Berlin. Die Schauspielerin ist in die Hauptstadt gekommen, um ihre zweite Regiearbeit vorzustellen. Dabei gibt sie sich so unauffällig wie möglich.

(weiterlesen…)

South of Hell: Neue Horrorserie vereint Eli Roth, Ti West, Jennifer Lynch und Mena Suvari

Dienstag, 25. November 2014

South of Hell

Dass einige der erfolgreichsten TV-Serien einmal dem Genreumfeld von Horror und Fantasy entstammen würden, hätte noch vor wenigen Jahren kaum jemand für möglich gehalten. Mit „The Walking Dead“, „Hannibal“ oder „American Horror Story“ hat das Grauen mittlerweile längst auf dem heimischen Fernsehbildschirm Einzug gehalten und ein Ende ist derzeit nicht abzusehen. Kein Wunder also, dass die Sender fleißig nachlegen. Jetzt steigt sogar der bislang eher auf ein weibliches Publikum ausgerichtete US-Kabelkanal WE tv ein und bringt mit Eli Roth gleich mal einen der aktuell populärsten Genre-Vertreter auf den Plan.

(weiterlesen…)

Blut will reden: Walter Kirn adaptiert sein eigenes Buch als TV-Mehrteiler

Sonntag, 23. November 2014

Blood will out

1998 lernt ein aufstrebender Autor mehr oder weniger per Zufall den einflussreichen Multimillionär Clark Rockefeller kennen. Die beiden höchst unterschiedlichen Charaktere haben mehr gemeinsam als man vermuten mag und bald schon entsteht eine enge Freundschaft, die ganze zehn Jahre andauern soll – bis die Umstände offenbaren, dass sich hinter dem kunstbesessenen Finanzinvestor ein deutschstämmiger Hochstapler, Psychopath, Kindesentführer und Mörder verbirgt. Ein bisschen zuviel des Guten? Vermutlich. Doch die Geschichte ist keine Fiktion.

(weiterlesen…)

David Cronenberg: Verzehrt (Consumed) | Sartre, Skype und Shin Sang-ok

Samstag, 22. November 2014

David Cronenberg | Verzehrt

Warum dieses späte literarische Debüt so sehr wie eine Rückkehr zu einer längst abgeschlossen geglaubten Phase in David Cronenbergs Schaffen erscheint, hat vermutlich einen einfachen Grund: „Consumed [dt. Verzehrt]“ ist der erste gänzlich originäre Stoff des Meisters seit 15 Jahren. Überhaupt: Mit Ausnahme von „eXistenZ“ (1999) beruht sein gesamtes Oeuvre seit „Videodrome“ (1983) ausschließlich auf Fremdvorlagen, und so muss es wenig wundern, dass er sich mit der intimeren der beiden Kunstformen in einer Weise an sein Frühwerk annähert, die mit großer Wahrscheinlichkeit niemand mehr von ihm erwartet hätte.

(weiterlesen…)

Sturm im Wasserglas: BDSM mit Eli Roth und Lana Del Rey (aber ohne Marilyn Manson)

Freitag, 21. November 2014

Eli Roth

Es ist so einfach, den einschlägigen Abschreibern in Boulevard, Feuilleton und Blogosphäre das nötige Material für einen schnell dahingekritzelten Aufreger zu liefern – in diesem Fall ein paar Videosekunden, in denen sich Sängerin Lana Del Rey (so der allgemeine Tenor) als Vergewaltigungsopfer hat inszenieren lassen. Der vermeintliche Täter ist je nach Recherche- oder Unkenntnisstatus des jeweiligen Verfassers wahlweise Marilyn Manson, ein namenloser „Finsterling“ oder aber Filmemacher Eli Roth.

(weiterlesen…)

Joe | Filmkritik

Mittwoch, 19. November 2014

Joe

Gerade heutzutage, in Zeiten, in denen das amerikanische Kino immer häufiger auf Überwältigungsstrategien und konturlose Fortsetzungen vertraut, droht der Kern einer jeden guten Geschichte verloren zu gehen: ambivalent gezeichnete Figuren, die nicht bloß als billige Erfüllungsgehilfen hektisch getakteter Plots fungieren, sondern das Geschehen auf der Leinwand mit wirklichem Leben füllen. Umso erfreulicher ist es, wenn ein Filmemacher diesem bedenklichen Trend entschieden entgegensteuert. So wie David Gordon Green, der sich nach einer qualitativ durchwachsenen Komödienphase („Your Highness“, „Bad Sitter“) mittlerweile wieder seiner Vorliebe für markante Außenseiter und ländliche Räume widmet, von der schon seine ersten Regiearbeiten (etwa „George Washington“ und „All the Real Girls“) durchdrungen sind.

(weiterlesen…)

Coherence | Filmkritik

Montag, 17. November 2014

Coherence

Dass nichts Gutes zu erwarten ist, wenn Kometen, Planeten oder Restbestände ebensolcher der Erde zu nahe kommen, lehrt jede einzelne Episode von „Metal Hurlant“ mit Nachdruck. Ob Em (Emily Foxler, „Legend of the Seeker“) die französische TV-Anthologie oder die zugrundeliegende Comicreihe wohl kennt? Vermutlich nicht. Stattdessen weiß sie aber um einige reale Fälle von unerklärlichem Kometeneinfluss auf menschliches Verhalten, und die gleichen echten Geistererzählungen am Lagerfeuer. Ein ideales Gesprächsthema beim Dinner mit sieben Freunden in einem überschaubar kleinen Haus in der Vorstadt, denn gerade passiert so ein Komet die Erde, und zwei unmotiviert implodierte Smartphones könnten Anzeichen für den Einfluss des Himmelskörpers sein. Alles Nonsens? Leider nein.

(weiterlesen…)

Doc of the Dead | Unterhaltsamer Blick auf ein unkaputtbares Genre

Samstag, 15. November 2014

Doc of the Dead

Der Titel mag missverständlich sein, doch Mediziner spielen in dieser Anfang des Jahres auf dem SXSW-Festival uraufgeführten TV-Dokumentation keine Rolle. Knappe 80 Minuten lang plaudern Zombie-Experten unterschiedlicher Güteklasse über das Phänomen der Untoten in der Popkultur. Einsteiger bekommen eine Menge interessante Basisinfos über Wurzeln und Entwicklung des Genres, Kenner dürften sich hingegen vor allem über Machart und oftmals humorvolle Statements prominenter Vertreter wie George A. Romero, Robert Kirkman, Bruce Campbell, Greg Nicotero, Max Brooks oder Simon Pegg freuen. Wer bahnbrechende neue Thesen oder Fakten erwartet, wird sich allerdings eher enttäuscht sehen.

(weiterlesen…)

Videoclip zu neuem Song von David Lynch und Chrysta Bell

Donnerstag, 13. November 2014

Chrysta Bell

Dass David Lynch demnächst für neue Folgen von „Twin Peaks“ wieder auf dem Regiestuhl Platz nehmen wird, zuvor aber noch zusammen mit Mark Frost die Bücher für alle neun geplanten Folgen schreiben muss, hält ihn nicht davon ab, auch weiterhin alle erdenkliche sonstige Projekte weiterzuverfolgen, mit denen er sich in den vergangenen Jahren beschäftigt hat. Dazu gehören unter anderem die gemeinsamen musikalischen Ausflüge mit der allzeit ungreifbar anmutenden Chrysta Bell, deren 2011er Debütalbum „This Train“ er ihr auf den Leib schrieb und produzierte. Aktuell haben beide einen neuen Titel veröffentlicht.

(weiterlesen…)

Dinner mit Hannibal: Der neue Kannibalismus in Kino und TV | Eine Annäherung. Teil 2

Montag, 10. November 2014

Hannibal

Mitte der Nullerjahre sah es nicht gut aus für die Stellung des Kannibalismus im Kino. „Hannibal Rising“ war 2007 angetreten, um das Franchise ohne Oscarpreisträger Anthony Hopkins fortzuführen. Stattdessen schien es lange Zeit so, als sei der Figur mit diesem Versuch ungewollt der Todesstoß versetzt worden. Ansätze, die anthropophagischen Urwaldvölker der 80er wiederzubeleben, blieben wirkungslos. Nach den Ereignissen vom 9. September 2001, kurz nach dem Erscheinen von „Hannibal“, hatte sich das Thema von heute auf morgen erledigt. In einer Welt realen Terrors waren Amazonas-Bewohner und Serienmörder nur noch formal angsteinflößend. Und doch wurde im Film plötzlich soviel Menschenfleisch verzehrt wie nie zuvor.

(weiterlesen…)

Dinner mit Hannibal: Der neue Kannibalismus in Kino und TV | Eine Annäherung. Teil 1

Samstag, 08. November 2014

Hannibal

Kein Subgenre, nicht einmal der in all seinen Ausformungen ungebliebte Torture Porn, genießt außerhalb der Hardcore-Fanszene einen weniger erfreulichen Ruf als der Kannibalenfilm. Lange Zeit als unterste Form des Exploitation-Kinos verschrien (selbst Nazisploitation kann hier nicht mithalten), fristen die meisten, hauptsächlich in Italien entstandenen Beiträge bis heute ein Schattendasein im Angesicht von Zensur und Beschlagnahmung. Umso erstaunlicher, dass die gepflegte Anthropophagie seit einer Weile recht erfolgreich Einzug in Film und Fernsehen hält.

(weiterlesen…)

Die Einsamkeit des Killers vor dem Schuss | Agent in der Arbeitsbeschaffungsmaßnahme

Donnerstag, 06. November 2014

Die Einsamkeit des Killers vor dem Schuss

Koralnik könnte der perfekte Agent sein: perfektionistisch, umsichtig, ehrgeizig, skrupellos. Er könnte der perfekte Agent sein, wenn man ihn nur lassen würde. Denn obwohl er angeblich zu einer Spezialeinheit der EU gehört und Europa ihn braucht, hat er die ersten acht Jahre seines Dienstes bislang keinen einzigen Auftrag erhalten. Wie frustrierend.

(weiterlesen…)

Revolution, Science Fiction und das Ende aller Technologie | Warum eine neue Serie von J.J. Abrams ein Paradoxon provoziert

Dienstag, 04. November 2014

Revolution

Science Fiction kennt eine bemerkenswerte Tradition, apokalyptische Zukunftsszenarien zu entwerfen, die durch das Fehlen von Technologie glänzen. Jüngster Fall ist die von J.J. Abrams produzierte Serie „Revolution“ mit Billy Burke („Drive Angry“) und Elizabeth Mitchell („Lost“). Warum aber sollte ein Genre, das schon vom Namen her eigentlich darauf ausgerichtet ist, Technologie zu erforschen oder oftmals gar zu feiern, freiwillig auf eben diese verzichten?

(weiterlesen…)

Revolution, Science Fiction and the loss of technology | Why a show by J.J. Abrams creates a catch-22

Dienstag, 04. November 2014

Revolution

Science fiction has a history of pivoting to cast its forward-looking gaze at a future—often, an apocalyptic one—that where technology is notably absent. A recent case is the J.J. Abrams produced (and by now cancelled) show „Revolution“ starring Billy Burke and Elizabeth Mitchell. But why would a genre founded on exploring and often celebrating technology cast it aside?

(weiterlesen…)

Leatherface: Bustillo und Maury inszenieren Prequel des Texas Chainsaw Massacres

Samstag, 01. November 2014

Leatherface

Was denn, schon wieder ein Prequel zu Tope Hoopers Klassiker des Backwood-Horrors? Tatsächlich. Bereits seit einer Weile geistert die halbgare Info über einen „Leatherface“ betitelten Vorläufer von „Texas Chainsaw Massacre“ umher. Kürzlich verdichteten sich dann die offiziellen Angaben zur Suche nach geeigneten Kandidaten für den Regiestuhl. Gestern nun die durchaus überraschende Entscheidung: Den Blick auf die Teenagerjahre des späteren Kettensägen-Killers mit ausgeprägtem Kindheitstrauma sollen laut exklusivem Bericht der Kollegen von BloodyDisgusting die beiden Franzosen Alexandre Bustillo und Julien Maury („Inside“, „Livid“) in Szene setzen.

(weiterlesen…)