Archiv für Mai 2014

GODZILLA (2014) | Filmkritik

Donnerstag, 29. Mai 2014

Godzilla

Wer die gefühlten viertelstündigen End Credits dieses neuerlichen Auftritts des Nuklearmonsters aus Fernost bis zum Schluss durchhält, dem könnte Zweierlei auffallen: Zum einen lässt sich da lesen, dass kein Geringerer als Performance-Capture-König Andy Serkis für entsprechende Beratungsleistungen auf der Gehaltsliste der Produktion stand, was angesichts der zuvor abgelaufenen rund 120 Minuten die Frage aufwirft, ob man sich diese Kostennote nicht auch hätte schenken können. Zum anderen haben die Macher offenbar allen Grund, sich bei einer stolzen Anzahl von Vertretern und Abteilungen der US-Army zu bedanken. Anders herum würde es mindestens genaus viel Sinn machen, denn nicht zuletzt ist „Godzilla“ ein ziemlich ausgedehntes Werbevideo für den beherzten Militäreinsatz amerikanischer Prägung (auch wenn der Film in Japan spielt).

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ENEMY | Filmkritik

Mittwoch, 28. Mai 2014

Enemy

Dass er filmische Konventionen eigenwillig, aber intelligent auszutesten versteht, stellte der frankokanadische Regisseur Denis Villeneuve mit seinem letztjährigen Hollywood-Debüt „Prisoners“ unter Beweis: Einem packenden, moralisch hochgradig ambivalenten Entführungsthriller, der seine Hauptfiguren echte Grenzerfahrungen durchleben lässt. Noch eine Stufe konsequenter kommt seine Experimentierfreudigkeit allerdings im kurz zuvor gedrehten Psychodrama „Enemy“ zum Vorschein, einer recht freien Adaption des Romans „Der Doppelgänger“ von José Saramago, die Themen wie Ich-Verlust, sexuelle Obsession und zwischenmenschliche Entfremdung umkreist.

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X-Men: Zukunft ist Vergangenheit | Filmkritik

Samstag, 24. Mai 2014

X-Men: Zukunft ist Vergangenheit

Prequel, Sequel, Reboot – warum sich für eine Variante entscheiden, wenn auch alle drei auf einmal möglich sind? Im Marvel-Universum, und erst recht im verflixt komplexen Kreativ-Kosmos der X-Men, geht grundsätzlich erst einmal alles. Und so staunt der Kenner der Vorgängerfilme nicht schlecht, wenn er nach den ersten Minuten Patrick Stewarts Inkarnation von Charles Xavier wiederbegegnet, nachdem dieser doch im (zeitlich früher verorteten) dritten Teil praktisch pulverisiert worden war. Lange darüber nachzugrübeln lohnt sich nicht, denn schon kurz darauf wird Wolverines Bewusstsein in sein rund 50 Jahre jüngeres Ich – ja, was eigentlich? – teleportiert, um die aktuelle Zukunftsversion grundlegend zu verändern.

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GETAWAY | Filmkritik

Samstag, 17. Mai 2014

Getaway

Der Titel ist Programm. Zum einen, weil er die simple Handlung treffend auf den Punkt bringt. Zum anderen, weil er (bewusst?) auf den fast gleichnamigen Peckinpah-Klassiker bzw. dessen Remake verweist. Ein nachvollziehbarer Schachzug, der allerdings gänzlich überhöhte Erwartungen schürt. Denn „Getaway“ unter der Regie von Courtney Solomon („An American Haunting“) ist vor allem ein lieblos heruntergekurbelter Reißer, der wie so manche überschaubar budgetierte US-Produktion der letzten Jahre größtenteils im kostengünstigen Osteuropa (in diesem Fall Bulgarien) entstand.

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Clive Barker produziert Langfilmdebüt von Jovanka Vuckovic mit Lena Headey in der Hauptrolle | Jacqueline Ess

Donnerstag, 08. Mai 2014

Jovanka Vuckovic

Während immer noch niemand so genau weiß, wie es um die Zukunft des „Hellraiser“-Franchise bestellt ist, setzt Clive Barker seine Bemühungen um weitere hochwertige Adaptionen eigener Vorlagen aus seinen „Books of Blood“ fort. Eine der sexuell aggressivsten Kopfgeburten des Autors, „Jacqueline Ess – her Will and Testament (dt. ihr Wille, ihr Vermächtnis)“, soll jetzt den Weg auf die große Leinwand finden. Mit einem überschaubaren Budget von 3 Millionen Dollar ist der Drehbeginn für Herbst angesetzt. Die Produktion wäre zugleich auch das Spielfilmdebüt der ehemaligen „Rue Morgue“-Herausgeberin Jovanka Vuckovic.

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Irvine Welsh schreibt Sequel zu SPRING BREAKERS

Mittwoch, 07. Mai 2014

Spring Breakers

Was da auch im Mai noch wie ein Aprilscherz klingt, gehört tatsächlich zum diesjährigen Sales-Paket, das Wild Bunch mit nach Cannes nimmt. Unter dem Titel „Spring Breakers: The Second Coming“ bringen die Franzosen eine Art Fortsetzung zu Harmony Korines 2012er Arthouse-Koks- und Bikini-Schau an die Croisette. Wer allerdings eine schnell abgedrehte Resteverwertung vermutet, muss sich offensichtlich eines Besseren belehren lassen, denn das Drehbuch stammt von keinem Geringerem als „Trainspotting“-Autor Irvine Welsh. Als Regisseur ist der Musikclip-Exzentriker Jonas Akerlund vorgesehen. Ob aus dem Projekt aber tatsächlich auch ein Film wird, hängt derzeit noch von der Finanzierung ab.

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