Archiv für Juni 2013

WORLD WAR Z | Filmkritik

Donnerstag, 27. Juni 2013

World War Z

Ein Vorzeigebeispiel für Hollywoods sinnlosen Ankaufwahn von Filmrechten: Noch vor Erscheinen des späteren Bestsellers hatte Brad Pitt vergleichsweise tief in die Tasche gegriffen (und dort einer Million Dollar hervorgeholt), um die vielversprechende Gesellschaftssatire über eine aus dem Ruder gelaufene Welt nach der Zombieapokalypse auf die Leinwand bringen zu können. Fünf Jahre, etliche Drehbuchversionen und einige katastrophale Schlingerpartien während der Produktionsphase später hat der fertige Film mit seiner Vorlage jetzt exakt noch zwei Dinge gemein: die Untoten und den Titel.

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Man of Steel | Filmkritik

Donnerstag, 20. Juni 2013

Man Of Steel | © 2013 WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC. AND LEGENDARY PICTURES FUNDING, LLC. Photo Credit: Clay Enos. TM & © DC Comics

Clark Kent steckt ganz schön in der Klemme: Gerade eben sind Kampftruppen aus dem All auf der Erde gelandet, die ihm ans Leder wollen. Und wie man das aus zahlreichen Invasionsfilmen eben so kennt, übernehmen sie kurzfristig einfach mal alle Sendefrequenzen des Planeten (nicht, dass jemals geklärt worden wäre, wie das eigentlich funktionieren soll). Das hat seinen guten Grund. Denn die außerirdischen Besucher wollen die Menschheit zur Herausgabe von, ja genau, Clark Kent bewegen. Was also tun? In einem Erdloch verkriechen? Mitnichten. Schließlich wartet da ein dritter Akt, den es zu bewältigen gilt, und der besteht offenbar aus Elementen, die in „Transformers 3“ nicht mehr untergekommen sind.

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Hollywoods Posterdesigner entdecken Caspar David Friedrich

Samstag, 15. Juni 2013

Oblivion | Wanderer über dem Nebelmeer

Seit Ende der 80er Jahre ist die Plakatkunst für die Filmindustrie im Wesentlichen zur schematischen Gebrauchsgrafik verkommen, die nicht selten vor allem auf den Wiedererkennungswert bekannter Köpfe setzt. Die Zeiten, als Namen wie Bob Peak oder Renato Casaro einen eigenen Stil repräsentierten, sind lange vorbei. Heute zeichnen Agenturen verantwortlich, bei denen die künstlerischer Vision eher Nebensache ist. Ausnahmen bestätigen die Regel. Umso interessanter ist ein aktueller Trend, der sich mehr oder weniger bewusst an einem großen Meister der deutschen Romantik orientiert.

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Crowdfunding mit Promistatus: Brad Wyman und Donald Trump machen ernst

Freitag, 07. Juni 2013

Dass auch prominente Namen längst dazu übergegangen sind, ihren Herzensprojekte den nötigen finanziellen Anstoß per Crowdfunding zu verschaffen, ist an sich kein neues Phänomen. Charlie Kaufman, Ralph Bakshi, Colin Hanks, Eliza Dushku, Joe Dante und gar David Fincher gehören zu den bekannteren Namen, die sich bereits auf den einschlägigen Plattformen umgetan haben, ohne dabei sonderlich aufgefallen zu sein. Erst der immense Erfolg der Kickstarter-Kampagnen für eine Kinofortsetzung der TV-Serie „Veronica Mars“ und ein Filmvorhaben von Zach Braff („Scrubs“) haben die Diskussion um den moralischen Status des rasch neologisierten „Celebrityfundings“ in Gang gebracht. Ausgerechnet Immobilienmogul Donald Trump schüttet jetzt Öl ins Feuer und unterstützt den neugegründeten Anbieter FundAnything.

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After Earth | Filmkritik: Nepotismus

Mittwoch, 05. Juni 2013

After Earth

Die ersten Minuten sind atemberaubend und gehen direkt in medias res: Ein verängstigter Junge trägt eine Sauerstoffmaske und droht zu hyperventilieren. Ihm gegenüber, ganz nah, sein Vater, der ihm mit sicheren Gesten zur Ruhe mahnt, bis etwas Unerwartetes geschieht, das den Zuschauer in die Sitze presst. Im nächsten Bild liegt der Sohn bewusstlos im Gras und erinnert sich aus dem Off an die Evakuierung der Erde und den ersten „Ghost“, einen furchtloser Jäger, der die menschenfressenden Riesenkreaturen des neuen Heimatplaneten besiegen konnte. Dann setzt die Geschichte erneut an. Soweit alles gut. Wäre da nicht Jaden Smith, der Sohn vom großen Will, der seinem Spross den Film auf den Leib hat schneidern lassen – offenbar der Überzeugung halber, dass sich Talent und Charisma einfach vererben lassen.

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