Archiv für März 2013

Happy Easter from Hell: Ostergrüße von Clive Barker und Michael Dougherty

Sonntag, 31. März 2013

Half Way To Halloween

Wer sagt eigentlich, dass in der Hölle keine Ostereier versteckt werden? Eine Vorstellung davon, wer sich dafür einsetzen könnte, liefert Clive Barker heute über sein offizielles Facebook-Profil. Nicht unbedingt brauchtumskonform ist auch das, was sich Michael Dougherty für seinem bereits 2011 entstandenen kleinen Ableger des beliebten Halloween-Episodenfilms „Trick ’r Treat (Süßes, sonst gibt’s Saures)“ hier hat einfallen lassen. In beiden Fällen ist der Osterhase jedenfalls merklich verzichtbar geworden. Wir schließen uns den beiden an und wünschen auf diesem Weg allen unseren Lesern frohe Feiertage.

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American Mary | Filmkritik

Donnerstag, 28. März 2013

American Mary

Im Finale von Tod Brownings 1932er Klassiker nehmen die titelgebenden Freaks (allesamt physisch deformierte Attraktionen einer Jahrmarktshow) grausame Rache an ihren Peinigern und machen sie gewaltsam zu Ihresgleichen. Den Freaks von „American Mary“ ist Derartiges fremd. Die einzigen Körper, die sie verunstalten, sind ihre eigenen, und das praktizieren sie mit Stolz und manchmal unter echtem Leidensdruck. Im Zentrum dieses Films, der scheinbar mühelos über den schmalen Grat zwischen Grand Guignol und Cassavetes hinweg balanciert, steht nichts desto trotz ein kompromissloser Racheengel und zugleich eine der bemerkenswertesten Frauenfiguren, die das Genre jemals hervorgebracht hat.

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Guilty Pleasures: FREITAG, DER 13. | Original. Reboot. Franchise.

Samstag, 23. März 2013

Freitag, der 13.

Es ist immer erfreulich, wenn ein Film den Erkenntnishorizont seines Publikums erweitert. Im Fall der 2009er Wiedergeburt des langlebigsten aller Horrorfilm-Reihen zum Beispiel klärte eine schlichte Infotafel bereits zu Beginn darüber auf, dass ein Remake inhaltlich nicht identisch mit dem Original sein muss. Der fleißige Kinogänger hat sich das zwar schon immer gedacht, doch hier bekam er es endlich auch einmal schwarz auf weiß (bzw. umgekehrt). – Welche dubiosen rechtlichen oder marktstrategischen Hintergründe diese Richtigstellung auch immer haben mochte, der bislang letzte Baustein im nicht totzukriegenden Slasher-Franchise um den Mann mit der Hockeymaske hielt sich daran und war im Wesentlichen eben keine Neufassung des Films von 1980.

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HOUSE FOR SALE: Deutschlandpremiere auf dem Transgender Film Festival Kiel

Mittwoch, 20. März 2013

House for Sale

Vielfach preisgekrönt, kontrovers diskutiert und am 20. März zum ersten Mal auch in Deutschland zu sehen: „House for Sale“, ein 18-minütiger Kurzfilm der Kanadierin Eisha Marjara („Desperately Seeking Helen“), läuft im Programm des diesjährigen Transgender Film Festivals in Kiel. Das Drei-Personen-Stück um sexuelle Identität vor dem Hintergrund einer bürgerlichen Fassade hat bislang vor allem auf einschlägigen Queer- und Gay-Festivals für Begeisterung gesorgt und zahlreiche Auszeichnungen davongetragen.

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NO ONE LIVES | Filmkritik

Montag, 18. März 2013

Nein, der Titel bezieht sich nicht darauf, dass praktisch alle Figuren dieses Films als blutleere Blaupausen daherkommen, um deren Leben oder Sterben sich kein Zuschauer ernsthaft schert. Im Countdown-Slasher ist das an sich nichts Ungewöhnliches, macht die Sache aber auch nicht besser. Denn wo einzig interessiert, wer als nächstes niedergemetzelt wird und auf welche Weise, da besteht weder sonderliches Identifikations- noch Innovationspotential. Wem allerdings serielles Dahinschlachten als Dramaturgie ausreicht, der ist bei „No one lives“ an der richtigen Adresse. Vor diesem Hintergrund ließe sich die zweite US-Arbeit von Ryuhei Kitamura eigentlich mit einem Schulterzucken abhaken. Die Tatsache jedoch, dass eben kein beliebiger Miethengst auf dem Regiestuhl gesessen (oder Michael Bay produziert) hat, erfordert dann doch ein genaueres Hinsehen.

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VERONICA MARS: Was bedeutet der Kickstarter-Erfolg für das Modell Crowdfunding?

Sonntag, 17. März 2013

Gar nichts – so lautet vermutlich die einzig sinnvolle Antwort auf diese derzeit heiß diskutierte Frage. Doch daran scheiden sich die Geister. Folgendes ist der Anlass: Fünf Jahre nach Ende der hierzulande im späten ZDF-Nachtprogramm gut versteckten US-Serie „Veronica Mars“ hat Showrunner Rob Thomas jetzt bewiesen, dass die Fans nicht nur immer noch großes Interesse an einer Fortsetzung haben, sondern auch bereit sind, dafür vergleichsweise tief in die eigene Tasche zu greifen.

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Schwermetall Chronicles (Staffel 1) | DVD-Review

Mittwoch, 13. März 2013

Schwermetall Chronicles

Noch so ein Projekt, von dem Robert Rodriguez seit Jahren erzählt, ohne dass irgendein Fortschritt in Sicht wäre: eine Realfilmadaption der legendären Comicreihe „Métal Hurlant“, die den meisten wohl vor allem in Gestalt der animierten Verfilmung von 1981 und unter dem amerikanisierten Titel „Heavy Metal“ bekannt ist. Zwischenzeitlich war gar einmal von einer Bühnenversion die Rede, doch bis heute ist aus keinem der Pläne etwas Greifbares geworden. Guillaume Lubrano und Justine Veillot kann das Stocken nur recht sein. 2009 begannen die beiden mit der Entwicklung einer TV-Serie und legten erst einmal einen selbstfinanzierten Piloten vor. Das Konzept ging auf: Die sechsteilige erste Staffel ist bis heute in rund 30 Länder verkauft worden.

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WISHES: Pastellfarben, Cheerleader und Ray Wise | Videoclip für Beach House von Eric Wareheim

Dienstag, 12. März 2013

Wishes | Beach House

Wer das Ende des Musikvideos als Kunstform längst beschworen hat, muss Wunderwerke wie diesen Clip für das amerikanisch-französische Dream-Pop-Duo Beach House schlichtweg ignorieren. Für „Wishes“ entwarf der hierzulande noch eher unbekannte US-Comedian, Autor und Regisseur Eric Wareheim eine in Pastellfarben getauchte Märchenvariante des Super Bowls irgendwo zwischen Ken Russell, Monty Python und David Lynch. Aus dem filmischen Universum des letzteren hat er sich Ray Wise geholt, der dem traumwandlerisch-kitschigen Szenario eine gehörige Portion gnadenlos überhöhten Pathos verschafft. Musikalisch trifft „Wishes“ in etwa genau die Schnittmenge von Julee Cruise und Air. Ansehen, schwärmen, Kopf schütteln.

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Willem Dafoe und Ellen Paige verkörpern Game-Charaktere in BEYOND: TWO SOULS

Samstag, 09. März 2013

Beyond: Two Souls

Über 13 Jahre ist es her, dass David Bowie zwei Kurzauftritte in „Omikron: The Nomad Soul“ absolvierte und damit zu den ersten Weltstars gehörte, die ihr Konterfei im Umfeld eines Videospiels auftauchen ließen. Seitdem hat sich technisch eine Menge getan. Wenn im Herbst diesen Jahres mit „Beyond: Two Souls“ das aktuelle Game aus der Entwicklerschmiede Quantic Dream („Heavy Rain“) erscheint, dann wird das, was es dort zu sehen gibt, im direkten Vergleich zu Bowies 1999er Einsatz wohl wie ein echter Quantensprung wirken. Schaut man sich jedenfalls die ersten Bilder von Willem Dafoe und Ellen Paige in ihrer Game-Variante an, so kann man fast den Eindruck bekommen, dass die Originale ihren Alter Egos optisch kaum mehr etwas voraus haben.

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DER HYPNOTISEUR | Filmkritik

Sonntag, 03. März 2013

Der Hypnotiseur

„Valium“, hat sich unsere Redakteurin Laila Oudray beim Begutachten dieses kaum öffentlich wahrgenommenen Schwedenkrimis gedacht. „Wie Valium.“ Vor dem Hintergrund, dass der zweifache Oscar-Kandidat Lasse Hallström nach 25 Jahren erstmals wieder in seiner Heimat und ausschließlich mit schwedischen Darstellern gedreht hat, ist ein solches Urteil umso bedauerlicher. Vielleicht war das Bedürfnis einfach zu dringlich, nach „Lachsfischen im Jemen“ und „Dear John“ einmal radikal die Tonart zu wechseln. Dass das offenbar keine allzu gute Idee war, belegte die unmittelbare Rückkehr zu vertrauteren Gefilden. Wenn am 7. März Hallströms aktueller Film „Safe Haven“ in Deutschland startet, ist sein erst zwei Wochen zuvor angelaufener Ausflug ins Spannungsgenre jedenfalls schon wieder von den meisten Leinwänden verschwunden.

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Selbst für den Teufel zu sündhaft: Ein vergleichender Blick auf WHITE ZOMBIE und NIGHT OF THE LIVING DEAD

Samstag, 02. März 2013

Night of the Living Dead

Auch wenn die kontrovers geführte Diskussion um Quentin Tarantinos arg comicartige Auseinandersetzung mit der Sklaverei in „Django Unchained“ langsam wieder abebbt und Spielbergs „Lincoln“ bei den diesjährigen Oscars auf der Strecke blieb, haben beide Filme doch auf ihre Weise dazu beigetragen, dass Fragen ethnischer Diskriminierung im Kino eine neue Relevanz und Sensibilität gewinnen konnten. Ein Grund mehr, das Thema auch von anderer Seite her zu beleuchten. In ihrer erhellenden Analyse zweier Schlüsselwerke des Zombiefilms deckt Brittney-Jade Colangelo ein interessantes Subtext-Verhältnis auf, das eine Menge über Rassismus im amerikanischen Zeitgeist zu sagen hat.

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AMERICAN MARY: Deutschlandpremiere bei den Fantasy Filmfest Nights

Freitag, 01. März 2013

American Mary

Wem die selbsternannten „Twisted Twins“ Jen und Sylvia Soska mittlerweile immer noch kein Begriff sind, muss zwangsweise so ziemlich alle einschlägigen Horrorfilm-Festivals der letzten sechs Monate ignoriert haben. „American Mary“ ist ein echtes Genre-Phänomen. Der Siegeszug und Preisregen der kanadischen Independent-Produktion um Body Modification und Underground-Chirurgie seit der Premiere im August vergangenen Jahres ist dabei nicht zuletzt einer immensen viralen Präsenz der eineiigen Filmemacherinnen zu verdanken. Für eine Kinoauswertung in Deutschland reicht das jedoch immer noch nicht aus.

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