Archiv für Januar 2013

DJANGO UNCHAINED | Filmkritik

Freitag, 18. Januar 2013

Django Unchained

Auf der Berliner Pressekonferenz sprach Quentin Tarantino doch allen Ernstes von einem zweifachen amerikanischen Holocaust. Der eine, das sei die Vertreibung der Ureinwohner gewesen (der Filmemacher hat selber Cherokee-Blut in den Adern), der andere die Sklaverei. Das ist ebenso starker Tobak wie blanker Nonsens, doch schließlich spricht hier nicht irgendwer. Gewohnt, in fremdem Revier zu wildern und sich seinen eigenen Reim auf das zu machen, was ihm dort vor die Flinte läuft, gilt für den Meister von Pop-Postmoderne und Exploitation eben gerade das als Holocaust, was er Holocaust nennt. Punkt. Darüber könnte man sich aufregen, ist aber besser beraten, es zu lassen. Ähnlich hätten es jene Kritiker, Bürgerrechtler, Interessensgruppen und sonstigen pathologischen Zwangsverteidiger des farbigen Amerika halten sollen, die in Tarantinos wildem Zitationswestern den Respekt vor einem dunklen Kapitel US-Geschichte zu vermissen glaubten. Hier ist die entspannte Sichtweise ganz sicher die gesündere.

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DJANGO UNCHAINED: Vertrieb der Actionfiguren zum Film gestoppt

Freitag, 18. Januar 2013

Jetzt sind sie also eingeknickt, die Weinsteins. Nach Protesten von unterschiedlichen Interessengruppen wurde heute ganz offiziell der Vertrieb von Actionfiguren zu Quentin Tarantinos „Django Unchained“ eingestellt. In einem begleitenden Statement heißt es: „Wir haben großen Respekt vor den Zuschauern und es war niemals unsere Absicht, irgendjemanden zu kränken. [Die Figuren] waren als Sammlerstücke für Personen über 17 Jahre gedacht, die wir als Zielpublikum des Films verstehen.“ Auf der Homepage des Herstellers NECA ist davon allerdings derzeit noch nichts lesen.

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GAME OF WEREWOLVES | Filmkritik

Montag, 14. Januar 2013

Wem die Romantisierung klassischer Horrorgestalten im Zuge der „Twilight“-Welle schon lange auf den Draht geht, muss für Alternativen derzeit im Allgemeinen auf die Klassiker zurückgreifen. Einige wenige neuere Ausnahmen bestätigen zwar nur die Regel, halten aber immerhin die Hoffnung aufrecht, dass die Edwards und Jacobs dieser Welt langfristig vielleicht doch nicht das letzte Wort behalten. Zwei Vorzeigebeispiele kommen aktuell interessanterweise aus Spanien. „Dracula 0.9“ von Eisenstein-Großenkel Emilio Schargorodsky haucht dem Vampirmythos auf experimentelle Weise neues (untotes) Leben ein und „Lobos de Arga“ wagt ernsthaft den Schritt, seine Werwolf-Darsteller ganz klassisch mit Maske und Kostüm auszustatten. Dass der deutsche (also englische) Verleihtitel „Game of Werewolves – Die Jagd beginnt“ inhaltlich keinen rechten Sinn macht, mindert das Vergnügen am Film zum Glück nicht.

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Juan Martinez Moreno spielt ein GAME OF WEREWOLVES | Interview (deutsche Fassung)

Montag, 14. Januar 2013

Juan Martinez Moreno

Wer glaubt, dass Werwölfe aussehen wie Taylor Lautner, der sollte besser gar nicht erst weiterlesen. Gute Nachrichten für alle anderen: Es gibt noch Hoffnung, dass die stark behaarte klassische Horrorikone in der Vorstellungskraft von Filmemachern weiterlebt, die nicht vergessen haben, wie angsteinflößend es ist, wenn sich ein ganz normaler Mensch bei Vollmond in eine blutdürstige Bestie verwandelt. Juan Martinez Moreno ist einer dieser Filmemacher und seine Horrorkomödie „Game of Werewolves (Lobos de Arga)“ hat im vergangenen Jahr auf den einschlägigen Festivals für einige Begeisterung gesorgt. Anlässlich der deutschen Veröffentlichung des Films sprach er mit uns über seine Liebe zum Genre, amerikanische Remakes, den Zustand des Independent-Kinos in Spanien, und warum Monstermasken das einzig Wahre sind.

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Join Juan Martinez Moreno for a GAME OF WEREWOLVES | Interview (english version)

Montag, 14. Januar 2013

Juan Martinez Moreno

For those of you who think all werewolves look like Taylor Lautner, please stop reading here. Good news for the rest of us: There is hope that the hairy classic horror icon may still be alive in the minds of filmmakers who haven’t forgotten about how scary it is to watch a regular man turn into a bloodthirsty beast whenever there is a full moon. Juan Martinez Moreno is one of those filmmakers and his witty horror-comedy „Lobos de Arga (Game of Werewolves)“ just wowed fans and festivals all around the globe. With us he talked about his love for the genre, American remakes, the status of independent cinema in Spain and why prosthetics are the real thing.

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PSYCHO: Jack Ketchum über Robert Bloch und den frühen Tod von Marion Crane in Hitchcocks Klassiker

Sonntag, 06. Januar 2013

Jack Ketchum über PSYCHO

Gleich zwei Biopics widmen sich derzeit jenem legendären Filmemacher, der als erster sein unverwechselbares Konterfei erfolgreich zu Werbezwecken einsetzte. Dass hier auch das bemühteste Makeup nur unzureichende Illusion verbreiten kann, liegt auf der Hand. Doch es ist bei „Hitchcock“ nicht die Maske (unter der sich Anthony Hopkins mehr schlecht als recht in den titelgebenden Master of Suspense verwandelt), sondern die Rolle von „Psycho“-Drehbuchautor Joseph Stefano, die derzeit für Kontroversen sorgt. Bereits im Oktober 2012 zogen Witwe und Sohn vor Gericht, um gegen eine behauptete Falschdarstellung zu klagen.

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