Archiv für September 2012

LIEBE (Amour) | Filmkritik

Samstag, 22. September 2012

Amour

Derzeit kann Michael Haneke offenbar nichts falsch machen. Gänzlich vergessen ist der katastrophal gescheiterte Versuch, mit einer eins-zu-eins-Kopie seines 1997er Meta-Schockers „Funny Games“ auf ein fehlgeleitetes US-Publikum einzuwirken. In seiner Filmografie scheint diese gründliche Fehleinschätzung des Zielgruppenverhaltens schlicht ausgeblendet und wird chronologisch einfach durch „Caché“ ersetzt. Im Zuge des weltweiten Arthouse- und Festival-Erfolgs seines Cannes-Gewinners „Das weiße Band“ haben ihn nicht wenige einfach mal zum derzeit wichtigstem europäischen (etwas moderater sollte man vielleicht doch hinzufügen: deutschsprachigen) Kinomacher erklärt – ein Status, den er mit seinem aktuellen Film eindruckvoll untermauert. Das intensive und unbarmherzige Kammerspiel über das Sterben ist fraglos ein Jahrhundertwerk. Daran gibt es nichts zu rütteln. Doch wem soll man „Amour“ eigentlich empfehlen?

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Pixar in Concert: Deutschland- und Europa-Premiere am 20. Oktober

Freitag, 21. September 2012

Schneller als erwartet hat es das Konzert-Event mit Musik aus allen Pixar-Langfilmen seit „Toy Story“ nach Deutschland geschafft. Am 28. Juli hatte es die Weltpremiere in der Davies Symphony Hall in San Francisco gegeben, weitere Termine folgten vom 3. bis 5. August in der Hollywood Bowl. Jetzt kommt „Pixar in Concert“ am 20. Oktober erstmals nach Europa, und das direkt mal ins Telekom-Forum Bonn. Wundern muss die Auswahl des Spielorts niemanden, denn seit dem 6. Juli ist in der benachbarten Bundeskunsthalle eine umfangreiche Ausstellung zum 25-jährigen Bestehen des Animationsstudios zu sehen. Zufälle gibt es anderswo.

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RESIDENT EVIL: RETRIBUTION | Filmkritik

Donnerstag, 20. September 2012

Resident Evil 5

Kurz nachdem der mittlerweile fünfte Teil der ungebrochen erfolgreichen Reihe um die Kampfamazone Alice in einer von Untoten überrannten Welt offiziell grünes Licht bekommen hatte, wandte sich Hauptdarstellerin Milla Jovovich auf Twitter an ihre etwa eine Million Follower und fragte sie nach ihren Wünschen für den Film. Die Fans nutzten die Gelegenheit und produzierten fleißig 140-Zeichen-Nachrichten. Wie groß der Einfluss dieser Aktion im Nachhinein tatsächlich gewesen sein mag, lässt sich schwerlich ermessen. Der fertige Film jedenfalls sieht zumindest so aus, als sei auf der kollektiven Wunschliste eine Menge abgehakt worden – Abstrusitäten wie die Reaktivierung von Michelle Rodriguez, deren Figur bereits im ersten Teil das Zeitliche gesegnet hatte, könnten fraglos dazu gehören.

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No Pet Sematary for THE TOMB RAIDER | New ultra-short film by Axelle Carolyn

Donnerstag, 13. September 2012

Anubis, the barkless dog, might certainly agree with the Ramones but has business to do at the cemetery nevertheless. Her owner is filmjournalist-turned-filmmaker Axelle Carolyn who just started to play festivals with her lovely little short „The Halloween Kid“ and hence it is no wonder that the 8-months-old Basenji has a morbid sense of humour. At 1:48 mins, „The Tomb Raider“ (not to be confused with you-know-what) could function as an apprentice piece but instead it is another quaintly conceived genre miniature, following last year’s equally ultra-short „Hooked“ (and the touching „Last Post“).

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UK-Release für SOME GUY WHO KILLS PEOPLE im Oktober | Erstmals auch auf Blu-ray

Mittwoch, 12. September 2012

Vielleicht hat es John Landis im Nachhinein bedauert, dass er die Regie für diesen ersten Langfilm von Autor Ryan Levin zugunsten von „Burke and Hare“ absagen musste (aber trotzdem noch die Rolle des ausführenden Produzenten übernahm). Inzwischen jedenfalls hat „Some Guy who kills People“ trotz seines geringen Budgets und ungünstiger Produktionsbedingungen möglicherweise längst mehr Aufmerksamkeit auf sich gezogen als die gnadenlos durchgefallene Grabräuber-Posse mit Simon Pegg und Andy Serkis. Seit der Premiere im April 2011 in Amsterdam hat Levin seinen Film auf eine ausgedehnte Festival-Tour geschickt und für jede Menge virale Mundpropaganda gesorgt.

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METRO (2011): Animierter Kurzfilm von Jacob Wyatt

Sonntag, 02. September 2012

Ob Neil Gaiman hier wohl Pate gestanden hat? Der schlicht „Metro“ betitelte, knapp fünfminütige Kurzfilm des Animators und Comic-Zeichners Jacob Wyatt jedenfalls zeigt eine geheimnisvolle Welt, die unterhalb der U-Bahn existiert und so Assoziationen zu „Neverwhere“ weckt – jenem Debütroman des britischen Fantasy-Autors, der ursprünglich nur als Begleitbuch zum gleichnamigen britischen Mehrteiler von 1996 gedacht war. Doch im Gegensatz zu Gaimans überbordendem Füllhorn funktioniert „Metro“ ganz minimalistisch und erzielt mit einem visuellen Stil, der sich am Schattentheater orientiert, und einer offenbar von Satie beeinflussten musikalischen Begleitung eine ganz eigene poetische Wirkung. Sehenswert.

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