Archiv für August 2012

CHICO & RITA | Filmkritik

Freitag, 31. August 2012

Chico und Rita

Als er schließlich nach Havanna zurückkehrt, bleibt für Chico nicht viel übrig. Das Batista-Regime hat zwangsweise abgedankt, und die neue kubanische Führung verbietet ihm, weiterhin die Musik zu spielen, die ihm alles bedeutet. Denn ganz ungeachtet der Tatsache, dass es ausgerechnet Kubaner wie Chano Pozo waren, deren Rhythmen den amerikanischen Klassenfeind nur wenige Jahre zuvor stark beeinflusst hatten, gilt Jazz jetzt als kapitalistisches Unding. Doch für Chico, den leidenschaftlichen Jazzpianisten, ist das eigentlich nur noch der ausschlaggebende Anlass, alles aufzugeben und sich sein Leben fortan als Schuhputzer zu verdingen. Seine große Liebe hat er unter unglücklichen Umständen in den USA zurücklassen müssen – was bleibt da also noch? Warten wir ab.

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THE EXPENDABLES 2 | Filmkritik

Mittwoch, 29. August 2012

The Expendables 2

Man mag von Sylvester Stallone halten, was man will, aber wem es in Hollywood über drei Jahrzehnte hinweg allen Unkenrufen zum Trotz immer wieder gelingt, aus jedem Karrieretief gestärkt aufzusteigen, der hat sich alle Anerkennung redlich verdient. Im Grunde könnte er seinem Alter Ego aus dem Boxring da kaum ähnlicher sein: Wer unten angekommen ist, muss eben wieder aufstehen, hart trainieren und erneut in den Ring steigen. Missglückte Lagerwechsel ins Komödienfach („Oscar“), Abstürze in die deutsche Medienfondshölle („Driven“) und bescheidene Mittelklasse-Actioner, die nicht einmal bei echten Hardcore-Fans auf dem Radar erschienen („Avenging Angelo“) schienen zeitweise dafür zu sprechen, dass der Mann mit dem Dackelblick so durch war wie die meisten anderen seiner Haudrauf-Kollegen aus den 80ern. Was lag da also näher, als sich mit eben diesen zu einem (immer noch einigermaßen) schlagkräftigen Retro-Ensemble zusammenzuschließen?

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I’M NOT SAM: Jack Ketchum und Lucky McKee veröffentlichen neues gemeinsames Projekt und verlosen Originalmanuskript

Freitag, 24. August 2012

Nach dem Preisregen, der den ausgedehnten Festivaltrip von „The Woman“ begleitet hatte, sollte es nur eine Frage der Zeit sein, bis Autor Jack Ketchum und Filmemacher Lucky McKee das nächste gemeinsame Projekt ansteuern würden. Dabei hatten die beiden nicht nur den Film zusammen konzipiert, sondern auch den begleitenden Roman (dt. „Beuterausch“) in gegenseitiger Abstimmung verfasst – eine echte Seltenheit mit einem überraschend homogenen Resultat. Wer allerdings hinter vorgehaltener Hand eher davon ausgegangen war, dass Ketchum mehr oder weniger alleine für die nur in Teilen abweichende Prosaversion des Films verantwortlich war, muss seine Meinung nun vermutlich revidieren. Unter dem Titel „I’m not Sam“ haben sich die beiden jetzt erneut für ein Buch zusammengetan.

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KINDER DES ZORNS: GENESIS – DER ANFANG | Filmkritik

Freitag, 24. August 2012

Kinder des Zorns: Genesis - Der Anfang

Noch so ein Beispiel für ein Sequel, das es nicht geben würde, wäre Dimension Films nicht im Zugzwang gewesen. Um die Rechte an dem ganze drei Jahrzehnte alten Franchise mit verkaufsförderndem Hinweis auf Stephen King nicht zu verlieren, bedurfte es eines formalen Schnellschusses, der im Grunde auch direkt in den Archiven hätte verschwinden können. Eine ähnliche Konstellation hatte fast zeitgleich den unsäglichen neunten Teil der „Hellraiser“-Serie notwendig gemacht („Revelations“), und so war von „Children of the Corn: Genesis“ mit identischem Produzenten (Joel Soisson, diesmal zugleich auch Autor und Regisseur) wenig bis nichts zu erwarten. Umso überraschender das Ergebnis.

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Universal bringt AMERICAN MARY nach Deutschland

Donnerstag, 23. August 2012

American Mary

Ob man sich da auf alte Stärken zurückbesinnt? Dass Universal jetzt den Vertrieb für einen der möglicherweise wegweisendsten Horrorfilme der letzten Jahre übernimmt, könnte Teil einer neuen Politik sein. Denn mit „American Mary“, dem gerade erst zweiten Film der kanadischen Zwillingsschwestern Jen und Sylvia Soska, nimmt das Studio, das von den 1920ern bis in die späten 50er führend im Horrorfilmgeschäft war, einen ebenso kontroversen wie begehrten Titel ins Programm. Eine Vorab-Premiere auf dem „Marché du Film“ in Cannes hatte offenbar die Initialzündung geliefert.

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ROSEWOOD LANE | Filmkritik

Sonntag, 19. August 2012

Rosewood Lane

Man kann es Victor Salva durchaus hoch anrechnen, dass er in Zeiten, wo nur die wenigsten Horrorfilme ohne die Dauerpräsenz exzessiver Gewalt auskommen, ganz auf altmodischen, atmosphärischen und (nahezu) unblutigen Schrecken setzt. Das Problem dabei: „Rosewood Lane“ ist in etwa so unheimlich wie ein nachmittäglicher Spaziergang über den Friedhof und auch genauso spannend. Bestenfalls eine „Twilight Zone“-Episode in Spielfilmlänge, hadert der Film mit Figuren, die einem völlig gleichgültig bleiben, und einer Bedrohung, der es partout nicht gelingt, ernsthaft bedrohlich zu wirken. Erst mit gänzlich heruntergefahrener Erwartungshaltung lassen sich Stärken erkennen, die beim normalen Zuschauen zwangsweise untergehen.

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PROMETHEUS: Sounddesign für Ridley Scotts ALIEN-Prequel

Donnerstag, 09. August 2012

Ridley Scott

Wer den Fehler macht, Ridley Scotts langerwartete, aber auch mit gemischte Gefühlen aufgenommene Rückkehr ins „Alien“-Universum auf ihre makellose Optik zu reduzieren, bewegt sich nicht nur im Fahrwasser der meisten Kritiker, sondern läuft auch Gefahr, andere Stärken des Films zu vernachlässigen. Dazu gehört nicht zuletzt die exzellente Tonspur, die eine Menge kreatives Sounddesign zu bieten hat. Ein 12-minütiges Featurette bietet Einblick in die kreative Arbeit des Audio-Teams von „Prometheus“. Sounddesignerin Ann Scibelli (arbeitete mit Scott bereits an „Robin Hood“) hat sich am Klang des 1979er Vorgängerfilms orientiert und die Effekte behutsam modernisiert. Den vollständigen Clip gibt es auf der Homepage von SoundWorks Collection zu sehen oder direkt hier:

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HELLRAISER: Filmemacher Mike Le Han und Designer Paul Gerrard legen Reboot-Konzept vor

Sonntag, 05. August 2012

Hellraiser | Pitch by Mike Le Han and Paul Gerrard

Ist die „Hellraiser“-Serie tot und begraben? Wer den bislang letzten (immerhin neunten) Teil des Franchise vor Augen hat, wird vermutlich von nichts anderem mehr ausgehen. Genau das Gegenteil ist jedoch der Fall, denn „Hellraiser: Revelations” hatte schließlich nur eine einzige Funktion – die Erfüllung einer Vertragspflicht, mit der Dimension Films den Verlust der Rechte am Material abwehren konnte. Gerüchte über ein Reboot gab es schon nach dem (nicht weniger überflüssigen) Vorgängerfilm „Hellworld”, in dem Höllenwächter Pinhead ohnehin nur noch einen Gastauftritt absolvieren dürfte. Wenig Konkretes ist seitdem passiert.

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HELLRAISER: Will UK filmmaker Mike Le Han and concept artist Paul Gerrard raise the franchise from the dead?

Sonntag, 05. August 2012

Hellraiser | Pitch by Mike Le Han and Paul Gerrard

Is the „Hellraiser“-series toast? Thinking of the unbearable last entry to the franchise (its ninth installment anyway), an affirmative reply should be more than obvious. The opposite is true of course since „Hellraiser: Revelations” was nothing but a contractual necessity for Dimension Films in order to renew their rights to the material. Rumours about a reboot started to go round after the (equally useless) „Hellworld”, a laughable meta approach which reduced lead Cenobite Pinhead to a lousy cameo gimmick.

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TED | Filmkritik

Freitag, 03. August 2012

Ted

Wozu auf fortschrittliche Technologie warten, um einen gewöhnlichen Teddy zum Leben zu erwecken, wenn es auch ein handelsübliches Wunder tut? Aus dieser Perspektive betrachtet ist „Ted“ eine ausgesprochen unkomplizierte Antwort auf „A.I.“, jenen Film, von dem sein Autor Stanley Kubrick wusste, wie unverzichtbar ein kindliches Gemüt ist, um die lebenslange Freundschaft zwischen einem kleinen Jungen und einem Stofftier so zu erzählen, dass nicht bereits im ersten Akt alle Glaubwürdigkeit auf der Strecke bleibt. In dieser Hinsicht haben Steven Spielberg und Seth MacFarlane etwas Entscheidendes gemeinsam. Exkremente von Prostituierten findet aber vermutlich nur einer der beiden lustig.

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