Archiv für Juli 2012

PROMETHEUS – DUNKLE ZEICHEN | Filmkritik

Samstag, 28. Juli 2012

Prometheus

Distanz ist bekanntlich ein hilfreiches Mittel besonnener Kritik. So kann es durchaus seinen erhellenden Reiz haben, sich vorzustellen, wie man wohl in etwa zehn Jahren über einen Film urteilen mag, der zum Zeitpunkt seiner Erstaufführung eher Ratlosigkeit hervorgerufen hat. „Prometheus“ ist so ein Fall. Dass die Produktion an der (zum großen Teil selbstverschuldeten) Last einer immensen Erwartungshaltung schwer zu tragen haben würde, war zu erwarten. Ridley Scott kehrte nach über drei Jahrzehnten nicht nur zu einem jener beiden Klassiker zurück, denen er seine Karriere zu verdanken hat, sondern er betrat damit zugleich auch geheiligten Genre-Boden. Das Ergebnis konnte unmöglich auf einhellige und unmittelbare Begeisterung stoßen – und zwar ganz unabhängig davon, wie es letztlich aussah.

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Hans Zimmer stellt Charity-Komposition für Aurora-Opfer online

Freitag, 27. Juli 2012

Der Amoklauf von Aurora, bei dem während einer Vorführung von „The Dark Knight Rises“ 12 Menschen ums Leben kamen und 58 verletzt wurden, hat dem Film selber eine bedrückende reale Konnotation verschafft, die er nicht mehr los werden wird. Umso mehr waren Warner (über zurückgehaltene Einspielergebnisse), Christopher Nolan (mit einem schriftlichen Statement) und Hauptdarsteller Christian Bale (durch einen Besuch vor Ort) bemüht, auf ihre Weise öffentlich zu reagieren. In aller Stille leistet jetzt auch Hans Zimmer einen Beitrag. Nur wenige Tage nach den Ereignissen nahm er in London eine rund 8-minütige, elegisch angelegte Komposition auf, die er nun zum Download bereitstellt. Die Einnahmen kommen dem Aurora Victim Relief Fund zugute, und damit den Opfern und ihren Familien.

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The Dark Knight rises | Filmkritik

Mittwoch, 25. Juli 2012

The Dark Knight Rises

Es wäre zynisch, das Blutbad von Aurora in den Rahmen einer Filmkritik einzubinden, deren Aufgabe naturgemäß die gesellschaftlich eher eingeschränkt relevante Diskussion eines popkulturellen Phänomens sein sollte. Beides strikt trennen zu wollen, macht jedoch auch keine angemessene Haltung aus. Wie immer man sich da entscheiden mag, in jedem Fall lässt sich die Beobachtung kaum vermeiden, dass die Tiefenschichten apolitischen Terrors, denen Nolans Batman-Trilogie vor allem mit „The Dark Knight“ ein einprägsames Gesicht verliehen hat, in den Schüssen des Attentäters James Holmes ihr bitteres reales Gegenstück gefunden haben. Und es ist ausgerechnet jene virulente Angst vor der Erschütterungen einer sicher geglaubten, in Wahrheit jedoch profund fragilen öffentlichen Ordnung, mit der auch der finale Teil der Serie erneut operiert.

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Teaser-Artwork für THE DARK KNIGHT RISES

Dienstag, 24. Juli 2012

The Dark Knight Rises

Im Zuge des allgemeinen Marketing-Overkills für die großen Hollywood-Blockbuster gehört eine frühzeitige Penetrierung der Zielgruppe mit Teaser-Artwork mittlerweile zum Standard. Auffällig ist dabei, dass die Vorab-Plakatierung oftmals weitaus kreativer ausfällt als das offizielle Motiv, mit dem der jeweilige Film fortan identifiziert wird. Für „The Dark Knight Rises“ entwarf die in Santa Monica ansässige Agentur Ignition Creative (derzeit für Filmkampagnen einer der größten Player auf dem US-Markt) eine Reihe von Postern, die genau diesen Trend erneut belegen.

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RUIN: McG und Fox planen Franchise nach Kurzfilm von Wes Ball

Freitag, 20. Juli 2012

Ruin | OddBall Animation

Im März hatte die Effektschmiede OddBall Animation ihren Kurzfilm „Ruin“ nach rund zweijähriger Arbeit erstmals online gestellt und rasch eine ansehnliche virale Verbreitung erzielt. Dabei gab es im Grunde nicht mehr zu sehen als eine rasante Action-Sequenz vor postapokalyptischer Kulisse im Stil von „Life after People“ und „I am Legend“, doch nach Aussage von Filmemacher Wes Ball steckte dahinter eine wesentlich umfangreichere Geschichte. 20th Century Fox jedenfalls ist von dem Konzept offenbar so überzeugt, dass man sich die Rechte für eine Spielfilmfassung mit Franchise-Potential sichern will.

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Tarantino kündigt Comic-Version von DJANGO UNCHAINED an

Sonntag, 15. Juli 2012

Django Unchained

Immer für eine Überraschung gut: Bei seinem gestrigen Panel auf der San Diego Comic Con hielt sich Quentin Tarantino mit Details und Absurditäten zu seinem Ende des Jahres erscheinenden Spaghetti-Western zwar in gewohnter Weise alles andere als zurück, doch eine spezielle Info zu „Django Unchained“ verkündete dann doch er lieber an ganz anderer Stelle. Flugs sprintete er in die Halle, in der DC gerade ein Panel zu den aktuellen „Watchmen“-Prequels abhielt, und ließ die überraschten Anwesenden dort wissen, dass noch vor Filmstart eine fünfteilige Graphic Novel erscheinen werde, die auf seinem Drehbuch beruhe. Enthalten seien dabei auch einige Elemente, die es im Film selber nicht zu sehen geben werde. DC bestätigte die Kooperation.

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AMERICAN MARY: Twisted Twins zeigen ersten Trailer auf der Comic Con 2012

Freitag, 13. Juli 2012

American Mary

In Deutschland noch nahezu völlig unbekannt, entwickeln sich die Zwillingsschwestern Jen und Sylvia Soska international mittlerweile zu einem echten Genre-Phänomen. Vor kurzem erst präsentierten sie ihren zweiten Spielfilm auf dem „Marché du Film“ in Cannes und sorgten damit für zunehmende Ungeduld unter den Fans. Denn die Reaktionen auf die finstere Geschichte aus dem Umfeld der Underground-Chirurgie fielen durchgehend begeistert bis gänzlich schockiert aus. Jetzt haben die „Twisted Twins“ im Rahmen der diesjährigen Comic Con in San Diego gerade den ersten Teaser veröffentlicht, der für manchen bereits zuviel des Guten sein könnte, denn „American Mary“ ist „Nip/Tuck“ auf Acid.

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THE EXORCIST: Erste Bilder der Bühnenfassung mit Richard Chamberlain und Brooke Shields

Donnerstag, 05. Juli 2012

Autor William Peter Blatty hat mittlerweile den Berichten über eine TV-Serie nach seinem legendären Bestseller energisch widersprochen. Gegenüber BleedingCool betonte er, dass jegliche Adaption ausgeschlossen sei, da die Rechte immer noch in seinem Besitz seien. Stattdessen plane er gemeinsam mit William Friedkin eine eigene neuerliche Annäherung an den Stoff in Form einer Mini-Serie, ohne jedoch weitere Details preiszugeben. John Pielmeiers Bühnenversion mit Richard Chamberlain und Brooke Shields in den Hauptrollen wird hingegen wie geplant am 11. Juli in Los Angeles uraufgeführt. Geffen Playhouse veröffentlichte jetzt vorab erste Bilder, die einen Eindruck von John Doyles offenbar sparsam ausgeleuchteter Inszenierung vermitteln.

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COSMOPOLIS | Filmkritik

Mittwoch, 04. Juli 2012

Cosmopolis

Eric Packer ist milliardenschwer, noch keine 30, leidet unter Schlafstörungen und lässt sich in seiner schalldichten Stretchlimousine die Prostata untersuchen. Draußen tobt eine antikapitalistische Protestbewegung, der Präsident ist in der Stadt („Nur um sicher zu gehen, über welchen Präsidenten reden wir?“, fragt Packer seinen Sicherheitschef, ohne dass die Antwort wirklich von Belang wäre), der Tod eines bekannten Rappers wird öffentlich betrauert und ein Unbekannter plant einen Anschlag, doch es gibt ein Ziel, das es wert ist, Manhattan gegen alle Widrigkeiten und Vernunft vom einen Ende zum anderen zu durchqueren. Packers ganz persönlicher Gral ist ein Haarschnitt, und der Mann damit offenbar ein Fall für die Couch.

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TASTE: Stuart Gordon bringt den Kannibalen von Rothenburg auf die Bühne und ins Kino

Montag, 02. Juli 2012

Stuart Gordon

Den Zombies sei Dank: Mit dem anhaltenden Siegeszug der Untoten erfährt auch das Subgenre des Kannibalenfilms derzeit einen wachsenden Zulauf. Die inhaltliche Spannweite ist dabei denkbar weit ausgerichtet. So etwa hatte der Mexikaner Jorge Michel Grau 2010 mit „Somos lo que hay (dt. Wir sind was wir sind)“ ein beeindruckendes Spielfilmdebüt abgeliefert, das in erste Linie als Sozialsatire funktionierte und derzeit unter der Regie von Jim Mickle („Stake Land“) einem US-Remake unterzogen wird. Eli Roth nimmt sich des Themas demnächst mit „The Green Inferno“ an und verspricht einige Tabubrüche. Stuart Gordon hingegen will direkt mal einen realen Fall auf die Leinwand bringen, und zwar einen, der vor allem dem deutschen Publikum gut bekannt ist.

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THE AMAZING SPIDER-MAN 3D | Filmkritik

Sonntag, 01. Juli 2012

The Amazing Spider-Man

„Beginnen wir noch einmal bei Seite 1“, lautet der letzte Satz dieses Films (jedenfalls bis zu Marvels mittlerweile obligatorischem Epilog-Teaser), und das ist die einzige Gelegenheit, bei der sich die neuerliche Leinwandversion der Initiationsgeschichte um den Jungen mit den Spinnenkräften ihrer absurden Natur bewusst wird. Denn „The Amazing Spider-Man“ spielt in einer Gegenwart, die selbstverständlich weder Stan Lees Comic-Superhelden noch die Vorgänger-Trilogie von Sam Raimi kennt. Das ist nicht ungewöhnlich, doch in diesem Fall besonders amüsant, denn immerhin sind gerade einmal bloß fünf Jahre seit Toby Maguires letztem Auftritt im rotblauen Spandex-Anzug vergangen. Von einem echten Generationswechsel kann also nicht wirklich die Rede sein.

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