Archiv für Juni 2012

ROSE WHITE | Kurzfilmkritik

Freitag, 29. Juni 2012

Rose White

Dass man in Hollywood seit einer Weile eine Menge davon hält, europäische Volksmärchen auszuschlachten, dürfte vor allem zwei entscheidende Gründe haben: Zum einen hat sich in der gegenwärtigen Fantasy-Literatur bislang kein Beispiel finden lassen, dessen Verfilmung an den Kassenerfolg von Peter Jacksons Ring-Trilogie anschließen konnte (exemplarischer Fehlgriff: „Der Goldene Kompass“), und zum anderen sind die Filmrechte einfach unschlagbar günstig zu bekommen, wenn die Autoren schon über ein Jahrhundert lang nicht mehr unter den Lebenden weilen.

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ROSE WHITE | Short film review

Donnerstag, 28. Juni 2012

Rose White

Hollywood’s recent obsession with European folk tales is based on two major premises: A. None of the post-Tolkien fantasy-adaptions have worked as well as hoped for (remember the desastrous „Golden Compass“?), and B. the film rights couldn’t be more affordable and easier to get. Nevertheless, the studios don’t seem to have a decent amount of trust in the effectiveness and marketability of the classic material and hence keep deciding to level the original stories of wonder, angst, darkness and desire by means of digestible genre-shifting. Take for instance the recent transformation of Snow White into a medieval Jeanne D’Arc as portrayed by Kristen Stewart. Not that there would be anything wrong with such an approach but it is about as close to its source as „Twilight“ is to „Dracula“. Examples like this one prove more than anything that there doesn’t seem to be much interest in letting the spirit of the original tales shine through.

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Trailers from Hell: Joe Dantes Online-Filmschule expandiert

Sonntag, 24. Juni 2012

Joe Dante

Ursprünglich wollte „Gremlins“-Macher Joe Dante seine umfangreiche Sammlung klassischer Filmtrailer einfach nur einem breiteren Publikum zugänglich machen. Anstatt sie aber schlicht online zu stellen, fügte er informative Kommentare hinzu und wartete ab, was passieren würde. Zunächst rührte sich eine Weile nichts. Erst als andere Filmschaffende aus Dantes Umfeld Interesse anmeldeten, ebenfalls einmal einen Kommentar einzusprechen, kam die Sache ins Rollen und bald schon war „Trailers from Hell“ geboren und entwickelte sich zur echten Online-Filmschule. Seit Mai 2007 sind mittlerweile über 700 Trailer online gegangen, kommentiert von über 40 versierten Insidern wie John Landis, Eli Roth, Guillermo del Toro, Adam Rifkin, Josh Olson, Mick Garris, Brian Trenchard-Smith, Lloyd Kaufman, Edgar Wright, Roger Corman und vielen anderen mehr. Jetzt will TFH expandieren.

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MERIDA – LEGENDE DER HIGHLANDS: Verliert Pixar sein Profil?

Samstag, 23. Juni 2012

Brave

Wenn am 2. August der mittlerweile bereits dreizehnte abendfüllende Animationsfilm aus dem Hause Pixar über die deutschen Leinwände flimmert, dann könnte das beim erwachsenen Zuschauer erstmals in der Geschichte des Studios eher Schulterzucken als Begeisterung hervorrufen. So jedenfalls muss man es vermuten, wenn man einem großen Teil der aktuellen US-Kritik Glauben schenkt. Der Tenor ist dabei erstaunlich einhellig: Ungeachtet der visuellen Qualität des Films sei wenig von jenem Profil spürbar, das Pixar bislang ausgemacht hat. Schuld könnten stark vereinnahmende Interessen des Mutterkonzerns sein. Too much Disney also? Für viele ist da eine Menge dran.

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Nicolas Winding Refn adaptiert BARBARELLA | TV-Serie von Gaumont in Arbeit

Donnerstag, 21. Juni 2012

Damit war nun wirklich nicht zu rechnen. Dass die seit Jahren andauernden Bemühungen um eine Neuverfilmung der klassischen „Barbarella“-Comics von Jean-Claude Forest tatsächlich einmal zu einem spruchreifen Projekt werden würden, ist schon überraschend genug. Dass mit Nicolas Winding Refn („Drive“) aber ausgerechnet einer der aktuell spannendsten Arthouse-Filmemacher involviert sein würde, hat echten Sensationscharakter. Laut THR wird der Däne bei einer TV-Serie über die kurvige Weltraum-Ikone als Regisseur und Executive Producer fungieren. Wer die Hauptrolle übernehmen soll, steht noch in den Sternen (eine Besetzung mit Christina Hendricks, die Refn für eine von ihm geplante „Wonder Woman“-Adaption favorisiert, ist derzeit lediglich Spekulation).

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Camel Spiders | Filmkritik

Mittwoch, 20. Juni 2012

Camel Spiders

Seit 1983 produziert Roger Corman unter dem Label von Concorde-New Horizons leicht konsumierbare B- und Exploitation-Ware, und das – ganz dem Titel seiner Autobiographie „How I made a Hundred Movies in Hollywood and never lost a Dime“ gemäß – jederzeit ohne finanzielle Verluste. Als einer der ersten erkannte er VHS als wirksamen Distributionskanal und setzte erfolgreich auf Direct-to-Video-Produktion. Inzwischen sind US-Spartenkanäle als interessante Zwischenstationen für die spätere DVD- und Blu-ray-Auswertung auf den Plan getreten, und Corman nutzt diese Option regelmäßig. „Camel Spiders“ entstand ursprünglich im Auftrag von Syfy und gehört wie „Dinocroc vs. Supergator“ und „Piranhaconda“ zu einer Reihe von sendereigenen Creature-Features, bei denen Corman als Executive Producer fungiert. Auf dem Regiestuhl immer mit dabei: Jim Wynorski.

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Eliza Dushku dreht Dokumentarfilm über Albanien | Postproduktion soll per Crowdfunding gesichert werden

Dienstag, 19. Juni 2012

Eliza Dushku

Auf eher unkonventionelle Weise erweitert Eliza Dushku derzeit ihr Portfolio als Produzentin und nutzt dabei ihren prominenten Namen für ein bisschen zusätzliche Aufmerksamkeit. Die gebürtige Halb-Albanerin reiste im August 2011 mit ihrem Bruder und einer überschaubaren Crew in die Heimat ihrer Familie väterlicherseits und kam mit über 20 Stunden Filmmaterial zurück. Das fertige Produkt soll eine Art dokumentarische Entdeckungsreise durch 15 Städte werden und das Land in seiner Vielfalt zeigen. Die Schauspielerin selber fungiert dabei als Protagonistin, besucht die Menschen in ihrer alltäglichen Umgebung und trifft auf regionale Berühmtheiten aus Politik, Wirtschaft und Entertainment. Die Postproduktionskosten von angesetzten 60.000 Dollar sollen jetzt via Crowdfunding aufgebracht werden.

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Kontroverse um Chernobyl Diaries: Oren Peli wehrt sich gegen Vorwürfe von Hilfsorganisation | Ein Kommentar

Samstag, 16. Juni 2012

Chernobyl Diaries

Bereits im Mai hatte ein Sprecher der US-Hilfsorganisation „Friends of Chernobyl Centers“ (FOCCUS) scharfe Kritik am Konzept von Oren Pelis aktuellem Schocker geübt. Eine Tragödie wie der Reaktorunfall von Tschernobyl, dessen Folgen bis heute das Leben der Menschen vor Ort beeinflusse, eigne sich – so der Vorwurf – kaum zur Ausschlachtung in einem Horrorfilm. Peli, der bei „Chernobyl Diaries“ als Autor und Produzent fungiert, hat zwar umgehend reagiert und den Betreffenden seinerseits vorgeworfen, einen Film zu verurteilen, ohne ihn gesehen zu haben, doch das entscheidende Argument ist damit keineswegs vom Tisch.

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Chernobyl Diaries | Filmkritik

Samstag, 16. Juni 2012

Chernobyl Diaries

Die Dummen sterben nicht aus. Wieder einmal zieht es amerikanische Touristen auf einem Europa-Trip über die deutsche Grenze hinweg gen Osten. Dass das nicht gut gehen kann, hätten sie eigentlich wissen müssen, doch offenbar sind ihnen Eli Roth und seine Epigonen nie über den Weg gelaufen. Also bleibt selbst der Widerstand des einzigen Skeptikers in der Vierergruppe eher halbgar, als ein Ausflug in Sachen Extremtourismus zur Diskussion steht. Uri, ein bullig gebauter Ex-Militär, verspricht die ultimative Fotosafari, und da wollen die Twens aus Übersee ungern Nein sagen. Zwei Backpackers stoßen noch hinzu, und schon geht es in einem russischen Armee-Van in Richtung Pripyat, jener Geisterstadt, die 1986 beim Reaktorunfall von Tschernobyl vollständig evakuiert und seitdem nicht mehr neu besiedelt wurde. Einem unerwarteten Zutrittsverbot zum Trotz erreicht der Trupp sein Ziel und bereut schon bald, nicht doch direkt zum Sightseeing nach Moskau gefahren zu sein.

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Pixar in Concert: Live-Performance von Musik aus allen Filmen des Animationsstudios

Donnerstag, 14. Juni 2012

Pixar in Concert

Wenn am 22. Juni mit „Brave (dt. Merida – Legende der Highlands)“ die 13. abendfüllende Produktion aus dem Hause Pixar über die US-Leinwände flackert, blickt das erfolgreiche Animationsstudio bereits auf eine 25-jährige Unternehmensgeschichte zurück – und dabei ist die Zeit von 1979 bis 1986 unter dem Namen Graphic Group bei Lucasfilm noch nicht einmal mitgerechnet. Bei Publikum wie Kritik gleichermaßen beliebt, zeichnen sich Pixar-Filme neben ihrer technischen Brillanz vor allem durch Originalität und eine Liebe zum Detail aus, die der Konzernmutter Disney lange Zeit völlig abhanden gekommen war. Im Jubiläumsjahr ist einiges geplant. In Deutschland etwa gibt es ab dem 6. Juli eine umfangreiche Ausstellung zu sehen, und in San Francisco startet am 28. Juli ein Konzert-Event mit Musik aus allen Großproduktionen seit „Toy Story“.

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Klassische Disney-Cartoons bekommen neue Orchester-Aufnahmen

Mittwoch, 13. Juni 2012

Disney

Eine angemessene Würdigung großer Disney-Komponisten der ersten Stunde wie Oliver Wallace, Paul Smith oder Charles Wolcott ist lange überfällig. Jetzt sorgt ausgerechnet das veränderte Konsumverhalten des jüngeren TV-Publikums dafür, dass eine ganze Reihe von Originalmusik klassischer Cartoons zu einer symphonischen Neuaufnahme kommt. Bereits 60 animierte Kurzfilme aus den Jahren 1935 bis 1953 erhielten gerade erst eine zeitgemäße Aufbereitung ihrer Tonspur. Weitere werden wohl folgen.

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Am Set mit Jim Wynorski: Clay Westervelt über POPATOPOLIS | Interview (deutsche Fassung)

Donnerstag, 07. Juni 2012

Popatopolis

Das Leben kann so einfach sein. Wer etwa schon immer wissen wollte, was ein Film wirklich braucht, für den hat Jim Wynorski ein simples Rezept: „A big chase and a big chest.“ Nonsens? Keineswegs. Der Mann, der mehr Pseudonyme besitzt als Jess Franco und Prince zusammen, hat seit 1985 bereits bei über 150 B-Filmen auf dem Regiestuhl gesessen, und ein Ende ist nicht in Sicht. Clay Westervelt begleitete Wynorski während des gesamten drei(richtig gelesen: drei)tägigen Drehs seines 2005er Video-Quickies „The Witches of Breastwick“. Heraus kam dabei eine der lustigsten Dokumentationen über das Filmemachen überhaupt, denn „Popatopolis“ ist cineastische Folgemilch für Exploitation-Fans, Liebhaber großer Oberweiten und angehende Filmemacher ohne einen einzigen Cent in der Tasche. Wir sprachen mit Westervelt über das Projekt und wie es zustande kam, die Vorteile unabhängigen Filmemachens und was es heißt, an einem Set von Jim Wynorski zu arbeiten.

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Watching Wynorski: Clay Westervelt talks POPATOPOLIS | Interview (english version)

Donnerstag, 07. Juni 2012

Popatopolis

Life can be so simple. In case you ever wondered what it takes to make a movie, well, ask Jim Wynorski. „A big chase and a big chest“ and you’re done. You doubt it? Doubt no more. The one-of-a-kind B-movie director who has worked under more alias names than Jess Franco and Prince combined is responsible for over 150 feature films since „The Lost Empire“ in 1985 – and counting. Clay Westervelt accompanied Wynorski during the complete shooting of his 2005 video effort „The Witches of Breastwick“. For 3 days (yes, three). The footage resulted in one of the most hilarious documentaries on movie-making ever. Now available on iTunes and Netflix, „Popatopolis“ charms a whole generation of exploitaiton fans, bare-breast-lovers and aspiring filmmakers with no money at all. We talked to Westervelt about the project, how it came about, the benefits of independent filmmaking and what it’s like to be on a Jim Wynorski set.

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Clive Barker übernimmt Regie von ZOMBIES VS GLADIATORS für Amazon Studios

Dienstag, 05. Juni 2012

Clive Barker

Während eine private Faninitiative unter dem Titel „Occupy Midian“ gerade daran arbeitet, eine offizielle Veröffentlichung der Originalfassung von Clive Barkers zweitem Kinofilm „Nightbreed“ in Gang zu bringen, überrascht der Meister selber heute mit einer Nachricht, die so vermutlich niemand erwartet hätte. Ganze 17 Jahre nach „Lord of Illusions“ und dem gescheiterten Versuch, die Begleitgeschichten seiner Spielzeugserie „Tortured Souls“ auf die Leinwand zu bringen, wird Barker wieder auf dem Regiestuhl Platz nehmen. Auftraggeber sind die 2010 neu gegründeten Amazon Studios.

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25 Jahre HOWARD THE DUCK: Marvel bietet George Lucas 1732,32 Dollar für eine Blu-ray zum Jubiläum

Dienstag, 05. Juni 2012

Gerade erst hat George Lucas seinen Rückzug aus dem Business bekannt gegeben und Kathleen Kennedy zur zweiten Führungsspitze bei Lucasfilm ernannt, da wird er von Marvels Chief Creative Officer Joe Quesada mithilfe eines eigens produzierten Stop-Motion-Clips öffentlich darum gebeten, ausgerechnet den größte Flop seiner Karriere noch einmal gebührend zu feiern: „Howard the Duck“. Doch das Engagement des Jedi-Meistes soll sich auch monetär lohnen. Für die offizielle Unterstützung einer Blu-ray-Veröffentlichung zum 25-jährigen Jubiläum der einst gnadenlos durchgefallenen Comic-Adaption, sowie einem Schaulauf über den Roten Teppich anlässlich der zugehörigen Premiere bietet Marvel einen Scheck über stattliche 1732,32 Dollar.

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