Roland Emmerichs 2012 schafft Rekordeinnahmen in China und Russland

02. Januar 2010

2012

Nichts ist so unterhaltsam wie der Weltuntergang. Das gilt jedenfalls derzeit in China. Mit einer absoluten Rekordsumme von 460 Millionen Yuan (etwa 47 Millionen Euro) erweist sich Roland Emmerichs „2012“ laut AP derzeit als erfolgreichster Film, der jemals über eine chinesische Leinwand geflimmert ist. Zuvor hatte mit „Transformers 2“ ebenfalls eine US-Produktion die Liste angeführt. Politisch betrachtet ist das nicht uninteressant, denn China arbeitet mit einer strengen Quotenpolitik.

Als die neuen Zahlen am 23. Dezember den Erfolg des aufwendigen Spektakels besiegelten, waren gerade einmal zwei Tage vergangen, nachdem die Welthandelsorganisation (WTO) einen Beschluß bestätigt hatte, demgemäß China illegalerweise den Import von Musik, Filmen und Büchern aus den USA einschränkt. Lediglich 20 Blockbuster schaffen es pro Jahr in die Kinos des Landes. Dass Hollywood das nicht sonderlich lustig findet, liegt auf der Hand, denn der potentielle Markt ist – und das beweisen die beiden Beispiele von 2009 – von immenser Größe.

Es bleibt abzuwarten, ob die neue Doppelspitze in den chinesischen Kinocharts nicht vielleicht ein Eigentor für die Ziele der WTO darstellen und eine noch drastischere Importquote nach sich ziehen. Am 4. Januar jedenfalls könnte mit dem landesweiten Start von James Camerons „Avatar“ ein weiterer Rekord angesteuert und damit zusätzliches Öl ins Feuer gegossen werden.

Weniger problematisch fällt hingegen der Erfolg von Emmerichs Film in Russland aus. Nach nur zwei Wochen hatte „2012“ laut Variety bereits umgerechnet 30 Millionen US-Dollar eingespielt und war damit zum erfolgreichsten ausländischen Film auf russischen Leinwänden geworden.

Bemerkenswert dabei: Während China in der Weltuntergangsmär ausgesprochen gut wegkommt, erweist sich ein russischer Milliardär im Verlauf der Geschichte eher als fragwürdig. Den Zuschauern ist das offenbar gleichgültig. Möglicherweise dient die Figur aber auch gerade als willkommenes Klischee- und Feindbild, von dem sich ein breites Publikum nur allzu gerne distanziert.

2012

[Abbildungen: Sony Pictures Releasing GmbH]

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