Archiv für April 2011

Filmkritik: THE KILLER INSIDE ME

Sonntag, 24. April 2011

The Killer inside me

Filme wie dieser schaffen es mittlerweile kaum mehr auf die Leinwand. In den USA war Michael Winterbottoms düsterer Psychokillergeschichte lediglich eine stark limitierte Kinoauswertung vergönnt, in Deutschland reichte es trotz Berlinale und einem kurzen Gastspiel auf dem letztjährigen Fantasy Filmfest nicht einmal für den Arthouse-Markt. Man wird sich daran gewöhnen müssen, einen Großteil interessanter und kontrovers diskutierter Independent-Filme in Zukunft regelmäßig direkt auf dem heimischen Bildschirm sehen zu müssen. Dass Tagespresse und Feuilleton sich hier mit regelmäßiger Berichterstattung zurückhalten, ist gelinde gesagt eine Katastrophe. Ein Film wie „The Killer inside me“ jedenfalls hätte dringend mehr Aufmerksamkeit verdient, als unter den gegebenen Umständen realistischerweise erwartet werden kann.

(weiterlesen…)

Alles, was wir geben mussten | Filmkritik

Dienstag, 19. April 2011

Never let me go | Filmkritik

Ein Bestseller-Autor wie Kazuo Ishiguro braucht heute nicht einmal mehr auf Leserreaktionen zu warten, um sicher zu sein, dass sein nächstes Buch früher oder später auch auf der Leinwand zu sehen sein wird. Alex Garland hatte jedenfalls schon ein Drehbuch verfasst und verkauft, noch bevor „Never let me go“ überhaupt veröffentlicht war. Ähnlich geht es derzeit Daniel H. Wilson, für dessen Roman „Robopocalypse“ sich Steven Spielberg die Filmrechte bereits im vergangenen Jahr gesichert hatte, obwohl das Buch selber erst im Juni 2011 erscheint. Darüber, ob derartige Entwicklungen nicht nur aus ökonomischer, sondern auch künstlerischer Sicht wirklich zu begrüßen sind, kann man geteilter Meinung sein. Im Fall von Mark Romaneks Ishiguro-Adaption jedenfalls ist das Ergebnis so sklavisch werkgetreu ausgefallen, dass sich nicht viel Eigenständigkeit erkennen lässt.

(weiterlesen…)

Duncan Jones: Warum Berlin für MUTE die ideale Zukunftsmetropole ist

Donnerstag, 14. April 2011

Eigentlich sollte „Mute“ nach „Moon“ der zweite Ausflug von Duncan Jones ins Science-Fiction-Genre werden, doch bislang ist das Projekt an der Finanzierung gescheitert. Der britische Filmemacher übernahm stattdessen mit dem Identitätsthriller „Source Code“ eine Auftragsarbeit, die in den USA exzellente Kritiken einfuhr und auch beim Publikum gut ankam. Seine Berlin-Utopie ist aber nicht vergessen und wird nun möglicherweise zunächst in Form einer Graphic Novel erscheinen (ein Konzept, das derzeit auch Darren Aronofsky mit seinem alttestamentarischen Epos „Noah“ verfolgt). Anlässlich eines von Digital Spy initiierten Video-Interviews fragten wir den britischen Filmemacher, der als Kind einige Jahre in der damals noch geteilten Metropole verbracht hat, was Berlin aus seiner Sicht für ein futuristisches Sujet so reizvoll macht.

(weiterlesen…)

Lindsay Lohan und Sharon Tate finden nicht zusammen

Mittwoch, 06. April 2011

Lindsay Lohan | Machete

Gestern noch hatten die von Starfotograf Tyler Shields angeheizten Spekulationen für eine Menge Aufmerksamkeit gesorgt, heute sind sie schon wieder erledigt. Lindsay Lohan wird demnächst nicht als Roman Polanskis Ehefrau Sharon Tate zu sehen sein. Für Shields, der bei „Eyes of a Dreamer“, einem Film über die berüchtigte Manson Family, Regie führen wird, galt sie eigenen Aussagen gemäß als Idealbesetzung. Am 4. April hatte ihn EW hierzu interviewt und bereits auf mögliche terminliche Schwierigkeiten im Umfeld eines drohenden Gerichtsverfahrens hingewiesen. Heute nun teilte uns Produzent Brad Wyman (Oscar für „Monster“) mit, dass die Schauspielerin die Rolle nicht übernehmen wird.

(weiterlesen…)

Short film review: MRS PEPPERCORN’S MAGICAL READING ROOM by Mike Le Han

Mittwoch, 06. April 2011

After a dozen docudramas for UK television as well as a fair amount of high profile commercials, the time was ripe for Mike Le Han to finally step over into fictional filmmaking. Armed with a moderate budget of about 25.000 pounds, bestselling author Martina Cole as executive producer and a highly motivated cast and crew, he created a 24-minute short film, that feels like a teaser for a big budget blockbuster. The impression is not exactly wrong. A feature version loosely based on the same story and characters is already in the works. But yet regardless of ambitious plans like these, „Mrs Peppercorn’s Magical Reading Room“ is an exceptional effort.

(weiterlesen…)

Mike Le Han: MRS PEPPERCORN’S MAGICAL READING ROOM | Kurzfilmreview

Dienstag, 05. April 2011

Nach über einem Dutzend Dokudramen für das britische Fernsehen und einer Handvoll hochdotierter Werbeclips war für Mike Le Han irgendwann der Punkt erreicht, wo es Zeit wurde, den Schritt zum fiktionalen Filmemachen zu wagen. Bewaffnet mit einem moderaten Budget von rund 35.000 Euro, Bestseller-Autorin Martina Cole als Executive Producer und einem hochmotivierten Team vor und hinter der Kamera, entstand ein  24-minütiger Kurzfilm, der sich anfühlt wie der Teaser zu einer budgetstarken Großproduktion. Der Eindruck ist nicht ganz falsch. Längst ist eine Featurevariante in Arbeit, die lose auf dem gleichen Sujet basiert. Doch auch unabhängig von ambitionierten Plänen wie diesen erweist sich „Mrs Peppercorn’s Magical Reading Room“ als eine echte Ausnahmeerscheinung.

(weiterlesen…)

Sucker Punch | Filmkritik

Samstag, 02. April 2011

Review: Sucker Punch

Ein ganzes Jahr im Voraus hat man bei Warner für diese uferlose Bilderfantasie die Werbetrommel gerührt und in den letzten Wochen vor Filmstart gar einen echten medialen Overkill eingeleitet. Dass man damit trotz der eher mäßigen Einspielergebnisse, die „Watchmen“ und „Legende der Wächter“ generiert haben, ungerührt an der Marke Zack Snyder festhält, muss wohl immer noch eine Nachwirkung des Fabelerfolgs von „300“ sein. Ihm gleich auch noch das nächste „Superman“-Reboot in die Hand zu drücken, lässt so manchen Fanboy nach den ersten Reaktionen auf „Sucker Punch“ und einem unbefriedigendem Startwochenende Schlimmes befürchten – vielleicht zu Unrecht. Denn Snyders ziemlich entfesselter Korsett- und Manga-Nonsens ist gar nicht so schlecht wie sein Ruf.

(weiterlesen…)