Archiv für Mai 2010

A NIGHTMARE ON ELM STREET (2010) | Filmkritik

Samstag, 22. Mai 2010

A Nightmare on Elm Street | Filmkritik

Michael Myers, Jason Voorhees und Freddy Krueger haben dreierlei gemeinsam: Sie bringen mit Fleiß und Begeisterung nervige Teenager um die Ecke, sind selber auch unter Aufbringung aller erdenklichen Mittel nicht totzukriegen und haben mittlerweile alle mindestens ein Remake der 2000er Jahre über sich ergehen lassen müssen. Die entscheidende Frage dabei: Hat denn niemand Erbarmen mit den altgedienten Ikonen des Slasher-Films? Offensichtlich nicht. Nach Rob Zombie („Halloween“) und Marcus Nispel („Freitag, der 13.“) serviert nun Michael Bay unter der Regie von Videoclip-Guru Samuel Bayer einen Instant-Aufguss von Wes Cravens Klassiker „A Nightmare on Elm Street“, der geschmacklich eher lau bleibt.

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Being Jack Unterweger: John Malkovich mit THE INFERNAL COMEDY auf Tournee

Freitag, 21. Mai 2010

Den Luxus, als Hauptdarsteller und Regisseur eines Bühnenmonologes mit zwei Sopranistinnen und einem Barockorchester um den Globus zu touren, finanziert sich John Malkovich unter anderem mit Nebenrollen in Blockbustern, die auch gut ohne ihn auskommen würden. Jüngstes Beispiel: „Transformers 3“. Der Spagat zwischen Michael Bays brachialem Roboterspielzeug und dem zynischen Feinsinn von „The Infernal Comedy“ könnte dabei kaum größer sein.

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David Lynch: LADY BLUE SHANGHAI (Dior)

Samstag, 15. Mai 2010

Im Kosmos der Zeichen und Symbole gibt es Wiedergänger, die ihren Weg über Jahre hinweg unbeirrt in die ganz persönliche Welt von David Lynch zurückfinden. Eine feste Bedeutung haben sie nie, und selbst wenn ihnen eine zugewiesen wird, dann doch ausdrücklich in Form eines Mysteriums. Eine geheimnisvolle blaue Rose ist so ein Beispiel, und mancher Interpret würde nur allzu gerne einen Bezug zur deutschen Romantik herstellen. Doch das ist bloße Spekulation. In „Fire walk with me“ wird ihr zwar dezidiert die Funktion eines Codes zugewiesen, doch auf eine Decodierung wartet man vergeblich. In „Mulholland Drive“ taucht sie lediglich als Dekor im Hintergrund auf und verweist offenbar nur auf sich selbst. In Lynchs aktuellem Dior-Imageclip rückt die seltsame Blume erstmals ganz ins Zentrum und bleibt doch reine Projektionsfläche.

Aber auch sonst ist „Lady Blue Shanghai“ unverkennbarster Lynch. Die erste Schwarzblende hat sich kaum geöffnet, da umschleicht den Zuschauer bereits ein seltsam hypnotisches Anmuten undefinierter Zwischenwelten: Leere Flure, rote Vorhänge, rätselhafte Artefakte – nicht einmal die Schachbrettmuster auf dem Boden fehlen. Die (erneut digitalen) Bilder sind gewohnt erlesen, und der über allem schwebende, geheimnisvoll-sehnsüchtige Klangteppich (von Lynch und Dean Hurley) wirkt vor allem auf das Unterbewusstsein ein.

Offenbar wollte man ein Auteur-feeling anstelle einer reinen Auftragsarbeit, und das sieht man dem etwa 16-minütigen Kurzfilm, der eigentlich eine Handtasche bewirbt, deutlich an. „Lady Blue Shanghai“ ist in erster Linie ein kunstvoll gesponnenes Netz aus unverzichtbaren Trademarks des Filmemachers und – ganz gemäß Lynchs entwaffnend einfacher „Inland Empire“-Synopsis – erneut eine Geschichte „about a woman in trouble“.

Der Financial Times beschrieb Lynch die Anfrage von Dior denkbar einfach: „They called me up and said, ‘Would you like to make a short film for the internet? You can do anything you want, you just need to show the handbag, the Pearl Tower and some old Shanghai.’“

Neben dem eigentlichen Film liegt zusätzlich eine 7-minütige Collage vor, in der Hauptdarstellerin Marion Cotillard die vollständige Fassung des von Lynch selber verfassten Gedichtes zitiert, das dem Projekt als Grundlage diente.

Lady Blue Shanghai

[Abbildung: Screencapture]

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ROBIN HOOD | Filmkritik

Freitag, 14. Mai 2010

Robin Hood - Filmkritik

Am Premierenabend der Filmfestspiele in Cannes haben Kontroversen längst nichts mehr verloren. Ridley Scotts lauwarm empfangene Wiederbelebung der „Robin Hood“-Legende trat zwar in die Fußstapfen von „Up“, dem Eröffnungsfilm des Vorjahres, wird aber kaum einen Trend ankündigen, wie es das 3D-Abenteuer aus dem Hause Pixar getan hatte. Der Tenor der ersten Kritiken jedenfalls war von seltener Einheitlichkeit: Allzu solide wie verzichtbar kommt dieses fast 2 ½-stündige Prequel daher, als dass es entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung des Erzählkinos nehmen könnte. Mit Russell Crowe, Cate Blanchett, William Hurt und Max von Sydow fällt Scotts Film zwar starlastig genug aus, um ein breites Publikum an die Kassen zu locken, ob das aber für eine bereits angekündigte Fortsetzung reicht, kann durchaus fraglich erscheinen.

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Iron Man 2 | Filmkritik: Marvel rüstet auf

Samstag, 08. Mai 2010

Iron Man 2

Seitdem Mickey Rourke wieder im Licht der Öffentlichkeit steht, ist sein Status ein anderer geworden. Aus dem einst von Alkohol, Drogen und schlechten Schönheitschirurgen gezeichneten Wrack und dann mit „The Wrestler“ wiederauferstandenen Charakterdarsteller ist offenbar echtes Blockbustermaterial geworden. Bereits vorab schürte seine Besetzung als Gegenspieler von Tony Stark zurecht die größten Erwartungen an dieses erfolgssichere Sequel. Umso bedauerlicher gerät deshalb die Tatsache, dass Rourkes Figur nach einer furiosen Einführung für eine ganze Zeit völlig in den Hintergrund rückt – und auch für einen dritten Teil nicht mehr zur Verfügung steht.

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Reißzähne und Gartenschere: Genre-Remakes to come (Piranha 3D, I Spit on Your Grave)

Freitag, 07. Mai 2010

Wer ernsthaft glaubt, die breite Palette von Klassikern des Horror- und Slasherfilms aus den 70ern und 80ern müsste mittlerweile vollständig zu Remakes verarbeitet worden sein,  könnte kaum falscher liegen. Während Jackie Earle Haley in den USA gerade äußerst erfolgreich die Scherenhände von Robert Englund aufträgt, lösen die ersten Teaser und Trailer zweier fast vergessener B-Filme von 1978 ungläubiges Staunen aus – und das nicht etwa origineller Ideen wegen.

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