Archiv für Oktober 2009

DIE PÄPSTIN | Filmkritik

Samstag, 24. Oktober 2009

Die Päpstin

Ob die Legende der Johanna von Ingelheim zu denjenigen Geschichten gehört, die Günter Wallraff als Kind vorgelesen bekommen hat, ist nicht bekannt. Sollte an dieser kaum vorstellbaren, bereits 1972 einmal mit Liv Ullmann in der Hauptrolle verfilmten Episode der christlichen Kirchenhistorie aber tatsächlich etwas dran sein, so müsste sie dem unermüdlichen Verwandlungsjournalisten (dessen neueste Maskerade bemerkenswerter Weise zum gleichen Zeitpunkt in den deutschen Kinos gestartet ist wie Sönke Wortmanns Klerikaldrama) doch einiges an Respekt einflößen. Ähnliches lässt sich von der reich ausgestatteten Constantin-Produktion nur eingeschränkt sagen.

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Unveröffentlichte Fotografien von Dennis Hopper

Samstag, 17. Oktober 2009

Zwei Generationen haben ihre ganz eigene ikonische Rolle vor Augen, wenn sie an Dennis Hopper denken. Doch zwischen dem friedlichen Biker Billy aus „Easy Rider“ und dem abgründigen Vergewaltiger Frank aus David Lynchs filmischem Alptraum „Blue Velvet“ liegen nicht nur fast zwei Jahrzehnte, sondern auch eine überaus exzessive Drogenkarriere.

Wer dem entspannt wirkenden älteren Herr mit weißem Kinnbart heute gegenüber steht, wird Schwierigkeiten haben, dem schönen Schein zu trauen – zu mächtig ist das Bild, das sich über die Jahre eingebrannt hat. Hopper war schon immer eine Ausnahmegestalt, und das als Schauspieler, Autor, Regisseur, Maler und Kunstsammler. Ein exquisiter Bildband mit einer Menge zuvor unveröffentlichter Aufnahmen des Fotografen Hopper erlaubt einen direkten Blick mit den Augen von „Mr. Sixties“, wie ihn David Lynch einmal genannt hat.

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David Lynch im Max Ernst Museum

Freitag, 16. Oktober 2009

„I like to kill Deer“ heißt ein Ringtone, der sich auf seiner Homepage downloaden lässt, doch im Fall des Mannes, der seit ein paar Jahren den Weltfrieden mithilfe von Meditation herbeiführen will, ist ganz sicher das Gegenteil der Fall. Nichts im Universum des David Lynch lebt von klassischer Konsistenz, und das meiste lehnt alle gewohnte Sicherheit so entschieden ab, dass es einem den Boden unter den Füßen wegziehen kann. Eine Ausstellung im Max Ernst Museum ermöglicht ab dem 22. November einen Blick in die dunkle Herrlichkeit des Meisters und heißt deshalb auch „Dark Splendor“.

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Pandorum | Filmkritik: Im Weltall nichts Neues

Sonntag, 04. Oktober 2009

Eine Zukunftsvision vom Reißbrett: Die Ressourcenknappheit auf der Erde zwingt die Menschheit, das Sonnensystem nach geeigneten Umsiedlungsmöglichkeiten abzusuchen. Auf einer solchen Erkundungsmission befindet sich die Elysium, ein riesiger Raumgleiter, auf dem offenbar einiges schiefgelaufen ist. Zwei Besatzungsmitglieder erwachen ziemlich unsanft aus dem Hyperschlaf, ohne sich zunächst an Details ihrer Reise erinnern zu können. Schnell wird ersichtlich, dass die Situation an Bord ganz gehörig aus dem Ruder gelaufen ist. Die Lage spitzt sich zu, als sich herausstellt, dass die versorgenden Energiesysteme in Kürze versagen werden. Um das zu verhindern und den verursachenden Fehler zu beheben, muss einer der beiden über ein enges Netz aus Luftschächten und labyrinthartigen Tunnelsystemen zum Antriebsreaktor vordringen. Doch was ihn unterwegs erwartet, lässt seine schlimmsten Alpträume wahr werden. Grausam zugerichtete Leichen, feindlich gesinnte Überlebende und eine Horde blutrünstiger Kreaturen (Aliens?) auf Menschenjagd machen die Tour zum Himmelfahrtskommando.

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