All Cheerleaders die | Filmkritik

21. September 2014

All Cheerleaders die

Es ist auch für die besten Filmemacher manchmal ratsam, die ambitionierten Projekte der Vergangenheit selbst dann ruhen zu lassen, wenn man irgendwann in der glücklichen Lage ist, sie merklich professioneller aussehen zu lassen. Wer als Gegenargumente Hitchcocks „Der Mann, der zuviel wusste“ oder im Notfall auch Tim Burtons „Frankenweenie“ ins Feld führen will, hat wahrscheinlich schon mehr oder weniger alle Beispiele ausgereizt, die ihm einfallen. „All Cheerleaders die“ dürfte man jedenfalls nur sehr bedingt mit aufzählen – und das ganz ohne Kenntnis des Originals.

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Und wieder einmal gilt: I spit on your Grave | Meir Zarchi und Camille Keaton finden erneut zusammen

20. September 2014

I spit on your Grave (1978)

Das hat wirklich niemand gebraucht: Nach dem Original, dem Remake und dem Sequel zum Remake folgt nun bald ein Sequel zum Original, das mit dem Sequel zum Remake jedoch nichts zu tun hat. Noch anwesend? Gut, denn ein inoffizielles Sequel zum Original gibt es ebenfalls bereits. Das Ungewöhnlichste dabei: Die Rede ist nicht etwa von einem beachtlichen Kassenerfolg, den es weiter zu melken gälte, sondern von einer der unpopulärsten Micro-Budget-Produktionen der Filmgeschichte mit der künstlerischen Qualität eines Handyvideos.

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Mit Panzer und Granaten: Finnen wollen Schwarzenegger

19. September 2014

Finnen wollen Schwarzenegger

Die spinnen, die Finnen – so hätte es wohl der stärkste aller Gallier formuliert. Ein anderer Bizepsträger sollte jedoch bestenfalls ganz anders reagieren, wenn ihm jenes Video unterkommt, das ein finnischer Army Shop extra für ihn auf die Beine gestellt hat. Die Betreiber von Varusteleka, einem Spezialhandel für Militär- und Outdoorprodukte in Helsinki, sind nämlich erklärtermaßen große Schwarzenegger-Fans und zudem clevere Werbe-Strategen.

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Popeye bekommt seinen eigenen computeranimierten Spielfilm

18. September 2014

Popeye

Darauf eine Dose Spinat: Dem Seemann mit den seltsam proportionierten Armen und beständiger Pfeife im Mundwinkel wiederfährt gerade dasselbe Schicksal wie vielen anderen beliebten Cartoon-Figuren vor ihm – er wird einem CGI-Upgrade unterzogen. Als wäre das nicht schon schlimm genug, stammt das Drehbuch auch noch aus der Feder von David Ronn und Jay Scherick, die 2011 bereits den Schlümpfen auf die Leinwand halfen. Jetzt veröffentlichte Animationstests lassen allerdings die Hoffnung aufkommen, dass es sich doch lohnen könnte, dem Film mit einer gewissen Vorfreude entgegenzusehen.

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American Guinea Pig: US-Reboot der berüchtigten Filmreihe aus Japan

17. September 2014

American Guinea Pig

Nichts Gutes verheißt der erste Trailer zu einer (inoffiziellen?) US-Version jener berüchtigten japanischen Filmserie, die mit einiger Berechtigung als Vorläufer der modernen Welle von Tortureporn gilt. Dass der etwa zweiminütige Clip aufgrund seiner extremen Darstellung grafischer Gewalt überhaupt noch online zu finden ist, darf einen durchaus erstaunen und sagt einiges über die Kontrollinstanzen bei YouTube aus, die offenbar nur greifen, wenn es um Musikrechte geht.

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Among the Living | Filmkritik

16. September 2014

Among the Living

Man tut niemandem einen Gefallen damit, die (oftmals vermeintlich) beste und/oder einflussreichste Arbeit eines Künstlers zum Maßstab für alles Darauffolgende zu erklären. Im Fall des französischen Filmemacherduos Alexandre Bustillo und Julien Maury jedenfalls kann eine solche Haltung nur zu ablehnendem Kopfschütteln führen. Hatten die beiden 2007 mit „À l’intérieur [dt. Inside]“ (hierzulande selbstredend mal wieder beschlagnahmt – und das absurderweise in der gekürzten Fassung) einen echten Genre-Hit abgeliefert, der zusammen mit „Martyrs“ als eines der wichtigsten Beispiele des neuen französischen Extrem-Horrors gilt, so konnte mancher mit dem märchenhaften Nachfolger „Livid“ eher wenig anfangen. Echte Gegenliebe erfährt auch aktuell ihr dritter Langfilm nur bedingt – und das zu Unrecht.

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In Fear | Filmkritik

15. September 2014

In Fear

Einige Ängste sind universell. Etwa die Furcht, in einem dunklen, schier endlosen Wald verloren zu gehen. Im Horrorfilm bilden Finsternis und unwegsames Gelände seit jeher ein beliebtes Gespann, um den Zuschauer mit seinen eigenen Angstvorstellungen zu konfrontieren. Nicht anders verhält es sich im düsteren Kinodebüt des Briten Jeremy Lovering, der bislang vor allem für die Regie von TV-Serien und -Dokumentationen verantwortlich zeichnete.

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Let there be fright: AMPAS ehrt William Castle

14. September 2014

William Castle

Nein, einen postumen Ehren-Oscar bekommt Gimmick-Meister William Castle nicht. Doch immerhin widmet ihm die Academy of Motion Picture Arts and Sciences diesen Monat eine offizielle Retrospektive und verpasst ihm damit eine Art Ritterschlag. Unter dem Titel „Let there be fright“ werden im Los Angeles County Museum of Art bis zum 26. September einige seiner bekanntesten Filme gezeigt. Bekennender Castle-Fan Joe Dante nutzte die Gelegenheit und präsentierte die Aufführung von „House on Haunted Hill [dt. Das Haus auf dem Geisterhügel]“ (1969) gleich persönlich.

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Starry Eyes | Filmkritik

13. September 2014

In Los Angeles kann man mit angehenden Hollywoodstars den Sunset Boulevard pflastern – und den ganzen Rest der Stadt gleich mit. Sie schlagen sich durch als Kellnerinnen oder Taxifahrer, eilen von Audition zu Audition und betteln an den metallbeschlagenen Türen der Top-Agenten um Aufnahme in die Karteikästen der Hoffnung. Wieso zum Teufel, so werden sich viele von ihnen früher oder später fragen, stolpern manche ganz schnell nach ganz oben, während man selber keinen Schritt vorwärts kommt? Casting-Couch? Einflussreiche Eltern? Mafia-Kontakte? Sicher alles richtig. „Starry Eyes“, ein einhundertprozentiger Independent-Beitrag aus der Stadt der Engel, hat aber noch eine ganz andere Antwort zu bieten.

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Jack Ketchums liebster Horrorfilm: Whirlpool – She died with her Boots on

12. September 2014

Whirlpool - She died with her Boots on

Wer auch nur eines von Jack Ketchums wenig versöhnlichen Büchern gelesen hat, weiß, dass der Autor so einschlägiger Titel wie „The Woman“, „The Girl next Door“ oder zuletzt „I’m not Sam“ eher eingeschränktes Vertrauen in die menschliche Natur hat. Bei ihm braucht es keine Dämonen, denn die grausamsten aller Monster wohnen bereits im Haus nebenan und halten in ihren Kellern nicht selten wehrlose Frauen gefangen oder missbrauchen ihre eigenen Kinder. Folgerichtig sind es die besonders illusionslosen Beiträge des Horrorkinos, die auf seiner Favoritenliste stehen. Dass der nahezu unbekannte dänische Film „Whirlpool“ dazuzählt, überrascht dann allerdings doch.

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Candyman: Soundtrack von Philip Glass bekommt Vinyl-Release | Franchise nach Clive Barker

11. September 2014

Candyman

Nach den „Hellraiser“-Filmen ist die „Candyman“-Reihe das zweite längerlebige Franchise nach einer Vorlage von Clive Barker. Immerhin auf drei Teile brachte es die 1992 begonnene Horror-Saga um den Wiederkehrer aus dem Jenseits, dessen Namen man lieber nicht dreimal mit dem Blick Richtung Spiegel aussprechen sollte (wer das für Humbug hält, kann es ja einmal ausprobieren). Zwei Konstanten trugen zum Erfolg der Trilogie bei: Hauptdarsteller Tony Todd mit seiner bedrohlichen physischen Präsenz und die einprägsame Musik von Minimalist Philip Glass. Letztere erhält jetzt eine audiophile Wiedergeburt auf Vinyl.

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Verlorener Film von Ed Wood wieder aufgetaucht

10. September 2014

Ed Wood | Shot on Location

Inwiefern das eine gute Nachricht ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Zudem ist sie nicht wirklich neu. Eigentlich war „The young marrieds” schon 2004 in Form einer 16mm-Kopie in einem alten Kino in Vancouver wiederentdeckt worden. Doch erst jetzt ist der (je nach Quellenlage) wahrscheinlich letzte Film, bei dem Edward Davis Wood jr. Regie geführt hat, nach über vier Jahrzehnten erstmals jedermann zugänglich. Ob ihn allerdings tatsächlich jemand sehen will, ist eine andere Frage.

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A most wanted Man | Filmkritik

09. September 2014

A most wanted Man

Etwas kommt in Bewegung, langsam, aber unaufhaltsam. Schon die erste Einstellung, die eine Kaimauer und stärker werdenden Wellengang zeigt, gibt die Richtung des Agententhrillers „A Most Wanted Man“ vor und nimmt die bedächtige, zunehmend eindringlichere Erzählhaltung vorweg, von der die dritte Regiearbeit des Starfotografen und Filmemachers Anton Corbijn bestimmt ist – eine Adaption des hierzulande unter dem Titel „Marionetten“ erschienenen Romans von John le Carré.

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Jon Schnepp dreht Doku über Tim Burtons gescheiterten Superman-Film

08. September 2014

The Death of Superman Lives

Dass Nicolas Cage sich selbst zu den größten Fans des Man of Steel zählt, ist kein Geheimnis (wer nennt seinen Sohn schon Kal-El?). Wie sehr also muss es ihn wohl gefuchst haben, dass er den berühmten Latexanzug mit „S“-Logo zwar anprobieren, aber nie vor laufender Filmkamera tragen durfte? Ende der 90er wäre es dazu mit „Superman Lives“ beinahe gekommen – und das unter der Regie von keinem Geringeren als Tim Burton. Doch das Projekt ging mit 30 Millionen Dollar Vorproduktionskosten unter und steuerte später lediglich einige wenige Basisideen zu Bryan Singers „Superman Returns“ bei. Filmemacher Jon Schnepp („Metalocalypse“) rekonstruiert das Geschehen jetzt in Form eines Dokumentarfilms.

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Lloyd Kaufman erhält Independent Spirit Award

07. September 2014

Lloyd Kaufman

Ehrensache für Regisseur James Gunn, dass er seinen ehemaligen Mentor im derzeit erfolgreichsten Blockbuster der diesjährigen Kinosaison „Guardians of the Galaxy“ einen augenzwinkernden Cameo verpasst hat. Wer genau hinsieht, kann Lloyd Kaufman dort nämlich als Sträfling entdecken. Diesen Sonntag hat der Mitbegründer der legendären Troma-Studios auf dem Northeast Film Festivial in New Jersey den Spirit of Independent Filmmaking Award für seine schon über vier Jahrzehnte anhaltende Unterstützung des unabhängigen US-Kinos erhalten. Greetings from Tromaville!

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Maps to the Stars | Filmkritik

06. September 2014

Maps to the Stars

Drehbuchautor Bud Wiggins stürzt ans Set und richtet das Wort direkt in die Kamera, um sich über die Missachtung zu beschweren, die er von Kritik und Feuilleton erfährt. Der Film, der gerade gedreht wird, heißt „Maps to the Stars“, das Jahr ist 2007. Und nein, David Cronenberg sitzt nicht auf dem Regiestuhl, denn die Szenerie ist nicht real. Sie entstammt dem fortlaufenden Comic „Wild Palms“, der erstmals 1990 erschien, in einer Zukunft spielte, die heute längst Vergangenheit ist und drei Jahre später von Oliver Stone als TV-Serie adaptiert wurde. Das reale Drehbuch zum jetzigen Film existierte damals bereits. Verwirrend? Willkommen in der Welt von Bruce Wagner.

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Katakomben | Filmkritik

05. September 2014

Katakomben

Was man bislang nicht wusste: Antike aramäische Gedichte sind so verfasst, dass sie sich automatisch reimen, wenn man sie mal rasch in die eigene Sprache übersetzt. Zudem speziell für US-Touristen interessant: Spricht man Franzosen in ihrem Heimatland in perfektem Französisch an, antworten sie erfreulicherweise direkt auf Englisch (wenn auch nicht akzentfrei). Untote Franzosen gehen gar so weit, diese Form der Konversation gegenüber den eigenen Landsleuten zu praktizieren. Erstaunlich, n’est-ce pas? Solche und andere bemerkenswerte Lektionen lernt man, wenn einem die Wackelkamera der Brüder Dowdle („Devil – Fahrstuhl zur Hölle“) das Hirn nicht bereits nach den ersten Minuten ihres Found-Footage-Gruslers zu oeufs brouillés geschüttelt hat.

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David Lynch: The Unified Field | Erste US-Museumsausstellung

04. September 2014

David Lynch - The Unified Field

Allzeit überall: Das Hemd immer bis zum obersten Knopf geschlossen, scheint David Lynch aktiver denn je. Acht Jahre sind seit seinem bislang letzten Spielfilm „Inland Empire“ vergangen, doch das letzte, woran der Meister denkte, ist der künstlerische Ruhestand. Wer sämtliche Projekte im Auge behalten will, die der erklärte Kaffeeliebhaber permanent in Arbeit hat, kann schon mal ins Schleudern geraten. Am 13. September eröffnet jetzt unter Federführung der Pennsylvania Academy of Fine Arts (PafA) seine erste Museumsausstellung auf US-amerikanischem Boden. Zuvor waren Lynchs Arbeiten als Maler und Fotograf unter anderem bereits in Paris und dem hiesigen Max Ernst Museum zu sehen gewesen.

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Burying the Ex: Premiere von Joe Dantes Zombie-Komödie auf dem Filmfestival von Venedig

03. September 2014

Burying the Ex

Ganze fünf Jahre ist es her, dass Altmeister Joe Dante mit „The Hole“ einen eigenen Spielfilm realisieren konnte (auf dessen US-Auswertung er dann aber bis 2012 warten musste). Seitdem hat er vor allem bei den TV-Serien „Hawaii Five-O“ und „Witches of East End“ ausgeholfen, seine Online-Filmschule „Trailers from Hell“ ausgebaut und sich um die Finanzierung lange schon brachliegender Projekte gekümmert. Erst im vergangenen Jahr war kurzfristig bekannt geworden, dass der „Gremlins“-Macher die Regie der Independent-Produktion „Burying the Ex“ mit Ashley Greene übernommen hatte. Jetzt erlebt die Zombiekomödie ihre Weltpremiere auf dem diesjährigen Filmfestival von Venedig.

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ABCs of Death 2: Prominente Genre-Regisseure leisten erneut aktive Sterbehilfe

02. September 2014

ABCs of Death 2

26 skurrile Weisen, den Tod zu finden, ansonsten aber keine zusammenhängende Handlung – das ist nicht etwa die Synopsis eines neuen Teils der „Final Destination“-Reihe, sondern das Konzept der Horror-Anthologie „The ABCs of Death“. Die Zahl der Beiträge beruht auf der Vorgabe, jedem einzelnen von ihnen genau einen Buchstaben des Alphabets zuzuordnen (freilich nicht in der deutschen Version, die mit dem Titel „22 Ways to Die“ schwer verbergen kann, dass 4 Filme aussortiert wurden). Doch auch die Tatsache, dass hinter der Kamera promintente Genre-Verteter wie Ti West, Xavier Gens, Ben Wheatley oder Jorge Michel Grau zu finden waren, hielt die Produktion von 2012 nicht davon ab, insgesamt eher einen durchschnittlichen Eindruck zu hinterlassen.

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