Aitor Throup porträtiert Noomi Rapace

29. September 2014

Noomi Rapace by Aitor Throup

Ob es ein Zeichen dafür ist, dass sie sich bereits auf dem besten Weg zur Ikone befindet? Als erste Inkarnation von Lisbeth Salander im Vorgänger zu David Finchers „Verblendung“ hat die schwedische Schauspielerin Noomi Rapace jedenfalls schon einmal erste ikonische Spuren hinterlassen und in „Prometheus“ bewegte sie sich immerhin im Schatten von Ellen Ripley. Für den aus Argentinien stammenden Künstler Aitor Throup offenbar Grund genug, eine seiner bekannten Flechtskulpturen von ihr zu erstellen.

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David Bowie is: Dokumentarfilm zur Ausstellung

28. September 2014

David Bowie is

Als das Londoner Victoria and Albert Museum vergangenes Jahr die Tore zur ersten internationalen Ausstellung über den wichtigsten britischen Exportschlager seit der Landessprache öffnete, war schnell klar, dass „David Bowie is“ das bestverkaufte Event des alteingesessenen Hauses werden würde. Im Anschluss gingen die über 300 Exponate auf Tour und gastieren derzeit im Chicagoer Museum of Contemporary Art. Begleitend ist eine gleichnamige Filmdokumentation entstanden, die es in ausgewählten Kinos zu sehen gibt.

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David Duchovny jagt Charles Manson: Neue TV-Serien und Spielfilme von Jonas Akerlund, Rob Zombie, Bret Easton Ellis

27. September 2014

Charles Manson

Ganze sechs US-Produktionen widmen sich im kommenden Jahr dem bekanntesten Straftäter der USA. Dabei sollte man meinen, über Charles Manson, der im kalifornischen Staatsgefängnis nach über vier Jahrzehnten noch immer seine lebenslange Haftstrafe absitzt, sei längst alles gesagt. Mitnichten. Manson ist heute fast wieder populärer als der Mann, der mit (Künstler-)Vornamen Marilyn heißt. Und das betrifft nicht nur Hollywood. Gerade erst brachte das Hamburger Thalia Theater mit „Summer of Hate“ ein Musical über den Sektenführer und Musiker zur Uraufführung, der für mindestens sieben Auftragsmorde verantwortlich zeichnet – bekanntestes Opfer: Roman Polanskis damalige Ehefrau Sharon Tate.

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Graceland (2012) bekommt deutsche Kinoauswertung

26. September 2014

Graceland (2012)

Seit seiner Gründung vergangenes Jahr verfolgen wir die Arbeit von OFdB Filmworks mit beständigem Interesse und haben gelegentlich einen genaueren Blick auf die eine oder andere Veröffentlichung riskiert. Erfreulich ist die Mischkalkulation aus deutschen Erstveröffentlichungen wie „Cold Blooded“ oder „Cold War“ (nein, kein Franchise) und Neuauflagen von Klassikern wie Ralph Bakshis „Coonskin“ oder Stuart Gordons endlich vom hiesigen Index entfernter Lovecraft-Adaption „From Beyond“. Jetzt überrascht das Bremer Label mit seiner ersten, wenn auch überschaubaren Kinoauswertung.

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James Franco goes Reservoir Dogs

25. September 2014

James Franco

Wir hier bei screen/read sind echte Fans von James Franco, Hollywoods einzig wahrem Renaissance Man: Schauspieler, Filmemacher, Künstler, Autor, Kolumnist oder wonach ihm sonst gerade der Sinn stehen mag. Vernichtende Kritiken für eine Ausstellung? Egal. Verschwundene homoerotische Sexszenen aus William Friedkins „Cruising“ nachdrehen? Klar. Bei Franco gehen alberne Brausewerbung und ein inzestuöses Kunstprojekt mit Paul McCarthy problemlos Hand in Hand. Kürzlich stand er für eine Webserie von AOL vor der Kamera, in der Filmklassiker parodiert werden oder als ironisches Mashup aufeinandertreffen.

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American Muscle | Filmkritik

24. September 2014

American Muscle

Zehn Jahre später: John Falcon verlässt seine Zelle, treibt schnell noch ein paar Schulden ein, packt seine Sachen zusammen und lässt die staatliche Besserungsanstalt hinter sich, wohl wissend, dass er vermutlich schon bald wieder eingebuchtet wird. Denn der Mann, der aussieht wie die Sparvariante von Tom Hardy in „Bronson“ hat seine Haftzeit offenbar damit verbracht, jede Menge Wut anzusammeln. Jetzt ist er jedenfalls genau in der richtigen Laune, um alle über den Haufen zu schießen, die ihn einst betrogen haben (oder ihm sonstwie vor die Flinte kommen). Genau das passiert und dann ist der Film zuende.

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Steven Soderbergh zeigt Indiana Jones in Schwarzweiß und mit elektronischem Soundtrack

23. September 2014

Raiders of the Lost Ark | Steven Soderbergh

Wer versucht, eines der unberechenbarsten Chamäleons des US-Kinos der Gegenwart zu kategorisieren, muss im Grunde schon scheitern, bevor er begonnen hat. Steven Soderbergh macht von jeher, was er will. Momentan hat er sich gänzlich vom Kino ab- und dem Fernsehen zugewendet. Nebenbei bietet er auf seiner Homepage „Extension 765“ seltsames Merchandising zu seinen Filmen an und stellt filmtheoretische Postings online. Skurriler Höhepunkt ist aktuell eine von ihm erstellte schwarzweiße Stummfilmversion von „Jäger des verlorenen Schatzes“ mit einer musikalischen Begleitung, die sich auch gut in einem Giallo oder Nintendo-Game machen würde (tatsächlich aber aus „The Social Network“ stammt). Welche Idee hinter der ausdrücklich nur zu Studienzwecken erstellten Fassung steht, erläutert er ausführlich in eigenen Worten, die wir hier auszugsweise übersetzt haben.

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Borderland: Auch in der deutschen Neuauflage gekürzt und sinnentstellt

22. September 2014

Borderland

Dass man sich hierzulande auch ganze sieben Jahre nach ihrem Entstehen immer noch über eine an sich ganz ordentliche, filmhistorisch aber eher irrelevante Produktion ärgern kann, ist einer Wiederveröffentlichung zu verdanken, die am 2. Oktober als „Collector’s Edition“ auf den Markt kommt. Die Rede ist von „Borderland“, einem leidlich blutigen Horrorfilm, der im Zuge des Erfolgs von „Hostel“ zwar einen guten Eindruck hinterließ, im Grunde aber auch schnell wieder in Vergessenheit geriet.

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All Cheerleaders die | Filmkritik

21. September 2014

All Cheerleaders die

Es ist auch für die besten Filmemacher manchmal ratsam, die ambitionierten Projekte der Vergangenheit selbst dann ruhen zu lassen, wenn man irgendwann in der glücklichen Lage ist, sie merklich professioneller aussehen zu lassen. Wer als Gegenargumente Hitchcocks „Der Mann, der zuviel wusste“ oder im Notfall auch Tim Burtons „Frankenweenie“ ins Feld führen will, hat wahrscheinlich schon mehr oder weniger alle Beispiele ausgereizt, die ihm einfallen. „All Cheerleaders die“ dürfte man jedenfalls nur sehr bedingt mit aufzählen – und das ganz ohne Kenntnis des Originals.

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Und wieder einmal gilt: I spit on your Grave | Meir Zarchi und Camille Keaton finden erneut zusammen

20. September 2014

I spit on your Grave (1978)

Das hat wirklich niemand gebraucht: Nach dem Original, dem Remake und dem Sequel zum Remake folgt nun bald ein Sequel zum Original, das mit dem Sequel zum Remake jedoch nichts zu tun hat. Noch anwesend? Gut, denn ein inoffizielles Sequel zum Original gibt es ebenfalls bereits. Das Ungewöhnlichste dabei: Die Rede ist nicht etwa von einem beachtlichen Kassenerfolg, den es weiter zu melken gälte, sondern von einer der unpopulärsten Micro-Budget-Produktionen der Filmgeschichte mit der künstlerischen Qualität eines Handyvideos.

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Mit Panzer und Granaten: Finnen wollen Schwarzenegger

19. September 2014

Finnen wollen Schwarzenegger

Die spinnen, die Finnen – so hätte es wohl der stärkste aller Gallier formuliert. Ein anderer Bizepsträger sollte jedoch bestenfalls ganz anders reagieren, wenn ihm jenes Video unterkommt, das ein finnischer Army Shop extra für ihn auf die Beine gestellt hat. Die Betreiber von Varusteleka, einem Spezialhandel für Militär- und Outdoorprodukte in Helsinki, sind nämlich erklärtermaßen große Schwarzenegger-Fans und zudem clevere Werbe-Strategen.

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Popeye bekommt seinen eigenen computeranimierten Spielfilm

18. September 2014

Popeye

Darauf eine Dose Spinat: Dem Seemann mit den seltsam proportionierten Armen und beständiger Pfeife im Mundwinkel wiederfährt gerade dasselbe Schicksal wie vielen anderen beliebten Cartoon-Figuren vor ihm – er wird einem CGI-Upgrade unterzogen. Als wäre das nicht schon schlimm genug, stammt das Drehbuch auch noch aus der Feder von David Ronn und Jay Scherick, die 2011 bereits den Schlümpfen auf die Leinwand halfen. Jetzt veröffentlichte Animationstests lassen allerdings die Hoffnung aufkommen, dass es sich doch lohnen könnte, dem Film mit einer gewissen Vorfreude entgegenzusehen.

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American Guinea Pig: US-Reboot der berüchtigten Filmreihe aus Japan

17. September 2014

American Guinea Pig

Nichts Gutes verheißt der erste Trailer zu einer (inoffiziellen?) US-Version jener berüchtigten japanischen Filmserie, die mit einiger Berechtigung als Vorläufer der modernen Welle von Tortureporn gilt. Dass der etwa zweiminütige Clip aufgrund seiner extremen Darstellung grafischer Gewalt überhaupt noch online zu finden ist, darf einen durchaus erstaunen und sagt einiges über die Kontrollinstanzen bei YouTube aus, die offenbar nur greifen, wenn es um Musikrechte geht.

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Among the Living | Filmkritik

16. September 2014

Among the Living

Man tut niemandem einen Gefallen damit, die (oftmals vermeintlich) beste und/oder einflussreichste Arbeit eines Künstlers zum Maßstab für alles Darauffolgende zu erklären. Im Fall des französischen Filmemacherduos Alexandre Bustillo und Julien Maury jedenfalls kann eine solche Haltung nur zu ablehnendem Kopfschütteln führen. Hatten die beiden 2007 mit „À l’intérieur [dt. Inside]“ (hierzulande selbstredend mal wieder beschlagnahmt – und das absurderweise in der gekürzten Fassung) einen echten Genre-Hit abgeliefert, der zusammen mit „Martyrs“ als eines der wichtigsten Beispiele des neuen französischen Extrem-Horrors gilt, so konnte mancher mit dem märchenhaften Nachfolger „Livid“ eher wenig anfangen. Echte Gegenliebe erfährt auch aktuell ihr dritter Langfilm nur bedingt – und das zu Unrecht.

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In Fear | Filmkritik

15. September 2014

In Fear

Einige Ängste sind universell. Etwa die Furcht, in einem dunklen, schier endlosen Wald verloren zu gehen. Im Horrorfilm bilden Finsternis und unwegsames Gelände seit jeher ein beliebtes Gespann, um den Zuschauer mit seinen eigenen Angstvorstellungen zu konfrontieren. Nicht anders verhält es sich im düsteren Kinodebüt des Briten Jeremy Lovering, der bislang vor allem für die Regie von TV-Serien und -Dokumentationen verantwortlich zeichnete.

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Let there be fright: AMPAS ehrt William Castle

14. September 2014

William Castle

Nein, einen postumen Ehren-Oscar bekommt Gimmick-Meister William Castle nicht. Doch immerhin widmet ihm die Academy of Motion Picture Arts and Sciences diesen Monat eine offizielle Retrospektive und verpasst ihm damit eine Art Ritterschlag. Unter dem Titel „Let there be fright“ werden im Los Angeles County Museum of Art bis zum 26. September einige seiner bekanntesten Filme gezeigt. Bekennender Castle-Fan Joe Dante nutzte die Gelegenheit und präsentierte die Aufführung von „House on Haunted Hill [dt. Das Haus auf dem Geisterhügel]“ (1969) gleich persönlich.

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Starry Eyes | Filmkritik

13. September 2014

In Los Angeles kann man mit angehenden Hollywoodstars den Sunset Boulevard pflastern – und den ganzen Rest der Stadt gleich mit. Sie schlagen sich durch als Kellnerinnen oder Taxifahrer, eilen von Audition zu Audition und betteln an den metallbeschlagenen Türen der Top-Agenten um Aufnahme in die Karteikästen der Hoffnung. Wieso zum Teufel, so werden sich viele von ihnen früher oder später fragen, stolpern manche ganz schnell nach ganz oben, während man selber keinen Schritt vorwärts kommt? Casting-Couch? Einflussreiche Eltern? Mafia-Kontakte? Sicher alles richtig. „Starry Eyes“, ein einhundertprozentiger Independent-Beitrag aus der Stadt der Engel, hat aber noch eine ganz andere Antwort zu bieten.

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Jack Ketchums liebster Horrorfilm: Whirlpool – She died with her Boots on

12. September 2014

Whirlpool - She died with her Boots on

Wer auch nur eines von Jack Ketchums wenig versöhnlichen Büchern gelesen hat, weiß, dass der Autor so einschlägiger Titel wie „The Woman“, „The Girl next Door“ oder zuletzt „I’m not Sam“ eher eingeschränktes Vertrauen in die menschliche Natur hat. Bei ihm braucht es keine Dämonen, denn die grausamsten aller Monster wohnen bereits im Haus nebenan und halten in ihren Kellern nicht selten wehrlose Frauen gefangen oder missbrauchen ihre eigenen Kinder. Folgerichtig sind es die besonders illusionslosen Beiträge des Horrorkinos, die auf seiner Favoritenliste stehen. Dass der nahezu unbekannte dänische Film „Whirlpool“ dazuzählt, überrascht dann allerdings doch.

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Candyman: Soundtrack von Philip Glass bekommt Vinyl-Release | Franchise nach Clive Barker

11. September 2014

Candyman

Nach den „Hellraiser“-Filmen ist die „Candyman“-Reihe das zweite längerlebige Franchise nach einer Vorlage von Clive Barker. Immerhin auf drei Teile brachte es die 1992 begonnene Horror-Saga um den Wiederkehrer aus dem Jenseits, dessen Namen man lieber nicht dreimal mit dem Blick Richtung Spiegel aussprechen sollte (wer das für Humbug hält, kann es ja einmal ausprobieren). Zwei Konstanten trugen zum Erfolg der Trilogie bei: Hauptdarsteller Tony Todd mit seiner bedrohlichen physischen Präsenz und die einprägsame Musik von Minimalist Philip Glass. Letztere erhält jetzt eine audiophile Wiedergeburt auf Vinyl.

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Verlorener Film von Ed Wood wieder aufgetaucht

10. September 2014

Ed Wood | Shot on Location

Inwiefern das eine gute Nachricht ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Zudem ist sie nicht wirklich neu. Eigentlich war „The young marrieds” schon 2004 in Form einer 16mm-Kopie in einem alten Kino in Vancouver wiederentdeckt worden. Doch erst jetzt ist der (je nach Quellenlage) wahrscheinlich letzte Film, bei dem Edward Davis Wood jr. Regie geführt hat, nach über vier Jahrzehnten erstmals jedermann zugänglich. Ob ihn allerdings tatsächlich jemand sehen will, ist eine andere Frage.

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