Remakes genießen im Allgemeinen keinen guten Ruf, gelten bei den Studios aber als vergleichsweise risikolos. Schuld daran ist nicht zuletzt der Zuschauer, der sein Geld entweder direkt zur Kinokasse trägt oder spätestens in der Zweit- und Drittverwertung auf den Plan tritt – aus welchen Gründen auch immer. Im Horrorgenre sind mehr oder weniger mainstreamtaugliche Neuauflagen von Klassikern seit einigen Jahren ein anhaltender Trend, der alles abgrast, was jemals seine Produktionskosten eingespielt hat. Dabei ist nicht jedes Exemplar automatisch bloß der lauwarmer Aufguss eines kultisch verehrten Originals. Beispiele wie Rob Zombies „Halloween 2“ oder Marcus Nispels „Freitag der 13.“ gehen in mancherlei Hinsicht ihre eigenen Wege und können den Vergleich mit ihren Vorgängern durchaus standhalten. Für „Evil Dead“ gilt das eher nicht.
EVIL DEAD | Filmkritik
16. Mai 2013Stephen King: UNDER THE DOME (Die Arena) | Erste Eindrücke der TV-Adaption
11. Mai 2013Wenn CBS am 24. Juni die erste Folge der langerwarteten Verfilmung von Stephen Kings Opus Magnum „Under the Dome (dt. Die Arena)“ ausstrahlt, werden eine Menge Fans der Vorlage ziemlich genau hinsehen: Im Vorhinein war bereits angekündigt worden, dass die von Steven Spielbergs Amblin Entertainment und „Lost“-Produzent Brian K. Vaughn initiierte TV-Version in mancherlei Hinsicht vom Roman abweichen wird. King selber fungiert zwar als Executive Producer und hat vorab alle Änderungen abgesegnet, doch das muss angesichts früherer Einbindungen des Autors in Verfilmungen eigener Projekte nicht unbedingt beruhigen.
Ray Harryhausen 1920-2013: Ein Tribut-Video von Jack Perez
08. Mai 2013Dass der Kinozuschauer heute überhaupt noch über gänzlich lebensecht wirkende Fantasiegeschöpfe auf der Leinwand staunt, ist eher die Ausnahme. 1963 sah das noch ganz anders aus. Nie zuvor hatte man in derartiger Perfektion gesehen, wie reale Menschen mit animierten Kreaturen interagierten. „Jason and the Argonauts“, von Tom Hanks einmal zum größten Film aller Zeiten erklärt, gehört zu den Meilensteinen der Trickgeschichte und der Meister dahinter hieß Ray Harryhausen. Gestern starb der große Animations-Pionier im Alter von 92 Jahren. Noch am selben Tag erstellt, erinnert Filmemacher Jack Perez („Some Guy who kills People“) mit einem kleinen Tribut-Video an die bahnbrechenden und immens einflussreichen Leistungen Harryhausens.
UNDER THE BED | Filmkritik
02. Mai 2013Warum ausgerechnet unter den Betten der Kinder grausige Kreaturen hausen sollen, die nur bei Nacht aktiv werden und klammheimlich nach ihren schlafenden Opfern greifen, das will so manchen Eltern einfach nicht einleuchten. Der Grund für derartig offensichtliche Ignoranz ist ziemlich simpel: Sie haben schlicht ihre eigenen Kindheitsängste verdrängt. Und selbst gesetzt den Fall, dass sie mit einer Form von früh ausgebildeter Rationalität aufgewachsen sein sollten, die alle Monsterfantasien bereits im Keim erstickt hat, so weiß doch jeder halbwegs brauchbare Pädagoge, dass man hinsichtlich der Ängste seiner Kinder keinen größeren Fehler begehen kann, als sie zu blankem Unsinn zu erklären. Steven C. Millers ebenso gemeiner wie einfühlsamer Teenage-Horror „Under the Bed“ bietet hierzu passendes Anschauungsmaterial.
Twitter Poll: Fans want to crowdfund Joe Dante’s Roger Corman biopic
02. Mai 2013If you still think that twitter is only good for posting what you had for breakfast, better stop reading here. Recent disussions on celebrities like Kristen Bell, Melissa Joan Hart or Zach Braff (not to mention the many others before them that went more or less unnoticed) trying to get their projects off the ground via crowdfunding stirred up quite some controversy. Are the rich and famous about to hijack the domain of independent filmmakers and steal their potential donators? Certainly not. But now that the gates are officially open for everyone (which they obviously have always been), why not turn the spotlight on filmmakers we love but haven’t seen much of lately? Wouldn’t crowdfunding be an excellent chance to bring them back where they belong – the big screen?
Crowdfunding für Joe Dante: Fans wollen einen Film über Roger Corman finanzieren
02. Mai 2013Seit ein paar Wochen wird reichlich kontrovers über die Versuche prominenter Namen diskutiert, ihre Filmprojekte mithilfe von Crowdfunding in trockene Tücher zu bringen – darunter Kristen Bell, Melissa Joan Hart oder Zach Braff (ganz abgesehen von Eliza Dushku, Colin Hanks oder vielen anderen, die weitestgehend unbemerkt blieben). Sind die Reichen und Schönen auf dem besten Weg, unabhängigen Neueinsteigern eine populäre Finanzierungsquelle unter der Nase wegzuschnappen? Sicher nicht. Doch jetzt, da die Türen der Schwarmfinanzierung offenbar ganz offiziell für alle geöffnet sind (was sie in Wahrheit natürlich schon immer waren), warum sollten da nicht auch einmal solche Filmemacher in den Fokus rücken, die sich zwar großer Beliebtheit erfreuen, aber auf der Leinwand schon lange nicht mehr wirklich stattfinden? Könnte Crowdfunding nicht eine ideale Möglichkeit sein, sie genau dorthin zurückzubringen?
CHILLERAMA und die Rückkehr des Omnibusfilms
20. April 2013Noch vor wenigen Jahren sah es eher nicht so aus, als hätte der Episodenfilm eine ernsthafte Überlebenschance. So richtig hat die zu einem abendfüllenden Programm zusammengestellte Sammlung kürzerer Erzähleinheiten auf der großen Leinwand ohnehin nie funktioniert, und es bedurfte schon einer besonders raffinierten Machart, um wirksam über das Ausbleiben echter Dramaturgie hinwegzutäuschen. Bis heute gehören „Pulp Fiction“ und „Sin City“ zu den wenigen Beispielen für anthologisch angelegte Langfilme, die ernsthaften Erfolg an der Kinokasse mit sich brachten. Sowohl der völlig in Vergessenheit geratene „Four Rooms“ als auch das mit immensem Aufwand vermarktete Fake-Double-Feature „Grindhouse“ derselben Macher scheiterten hingegen kläglich.
OBLIVION | Filmkritik
12. April 2013Erstaunlich wenig Werbeaufwand für eine Produktion dieser Größenordnung: „Oblivion“ erschien auf den deutschen Leinwänden mehr oder weniger von heute auf morgen und fast gänzlich ohne die übliche 360°-Vorab-Penetration. Ebenso bemerkenswert: Die mit geschätzten 120 Millionen Dollar ansehnlich budgetierte Scifi-Fantasie sollte ihren US-Start erst eine ganze Woche später als der überwiegende Rest der Welt erleben (Japan ausgenommen) – und das nicht etwa, weil man einem wichtigen Mitbewerber um die Publikumsgunst weichen musste. Zudem lässt ein Rezensions-Embargo bis einen Tag vor der Premiere gewöhnlich nichts Gutes erwarten.
CHILLERAMA | Filmkritik
11. April 2013Geschmacklos, albern, tromaesk – und das ganz ohne Zutun von Llloyd Kaufman. Nichts desto trotz hat das, was die Viererbande Adam Rifkin, Tim Sullivan, Adam Green und Joe Lynch hier ohne nennenswerte Zurückhaltung abgeliefert hat, eine Menge mit dem sehr eigenwilligen Anarcho-Stil zu tun, für den das langlebigste Independent-Studio der Filmgeschichte berüchtigt ist. Ursprünglich als Hommage an das klassische Horrormagazin „Famous Monsters of Filmland“ konzipiert, vereint „Chillerama“ vier hemmungslose Varianten archetypischer B- und Exploitation-Filme aus dem Fundus längst vergangener Drive-in-Zeiten. Das ist prinzipiell durchaus meta, vor allem aber mega gaga.
Happy Easter from Hell: Ostergrüße von Clive Barker und Michael Dougherty
31. März 2013Wer sagt eigentlich, dass in der Hölle keine Ostereier versteckt werden? Eine Vorstellung davon, wer sich dafür einsetzen könnte, liefert Clive Barker heute über sein offizielles Facebook-Profil. Nicht unbedingt brauchtumskonform ist auch das, was sich Michael Dougherty für seinem bereits 2011 entstandenen kleinen Ableger des beliebten Halloween-Episodenfilms „Trick ’r Treat (Süßes, sonst gibt’s Saures)“ hat einfallen lassen. In beiden Fällen ist der Osterhase jedenfalls merklich verzichtbar geworden. Wir schließen uns den beiden an und wünschen auf diesem Weg allen unseren Lesern frohe Feiertage.
AMERICAN MARY | Filmkritik
28. März 2013Im Finale von Tod Brownings 1932er Klassiker nehmen die titelgebenden Freaks (allesamt physisch deformierte Attraktionen einer Jahrmarktshow) grausame Rache an ihren Peinigern und machen sie gewaltsam zu Ihresgleichen. Den Freaks von „American Mary“ ist Derartiges fremd. Die einzigen Körper, die sie verunstalten, sind ihre eigenen, und das praktizieren sie mit Stolz und manchmal unter echtem Leidensdruck. Im Zentrum dieses Films, der scheinbar mühelos über den schmalen Grat zwischen Grand Guignol und Cassavetes hinweg balanciert, steht nichts desto trotz ein kompromissloser Racheengel und zugleich eine der bemerkenswertesten Frauenfiguren, die das Genre jemals hervorgebracht hat.
Guilty Pleasures: FREITAG, DER 13. | Original. Reboot. Franchise.
23. März 2013Es ist immer erfreulich, wenn ein Film den Erkenntnishorizont seines Publikums erweitert. Im Fall der 2009er Wiedergeburt des langlebigsten aller Horrorfilm-Reihen zum Beispiel klärte eine schlichte Infotafel bereits zu Beginn darüber auf, dass ein Remake inhaltlich nicht identisch mit dem Original sein muss. Der fleißige Kinogänger hat sich das zwar schon immer gedacht, doch hier bekam er es endlich auch einmal schwarz auf weiß (bzw. umgekehrt). – Welche dubiosen rechtlichen oder marktstrategischen Hintergründe diese Richtigstellung auch immer haben mochte, der bislang letzte Baustein im nicht totzukriegenden Slasher-Franchise um den Mann mit der Hockeymaske hielt sich daran und war im Wesentlichen eben keine Neufassung des Films von 1980.
HOUSE FOR SALE: Deutschlandpremiere auf dem Transgender Film Festival Kiel
20. März 2013Vielfach preisgekrönt, kontrovers diskutiert und am 20. März zum ersten Mal auch in Deutschland zu sehen: „House for Sale“, ein 18-minütiger Kurzfilm der Kanadierin Eisha Marjara („Desperately Seeking Helen“), läuft im Programm des diesjährigen Transgender Film Festivals in Kiel. Das Drei-Personen-Stück um sexuelle Identität vor dem Hintergrund einer bürgerlichen Fassade hat bislang vor allem auf einschlägigen Queer- und Gay-Festivals für Begeisterung gesorgt und zahlreiche Auszeichnungen davongetragen.
NO ONE LIVES | Filmkritik
18. März 2013Nein, der Titel bezieht sich nicht darauf, dass praktisch alle Figuren dieses Films als blutleere Blaupausen daherkommen, um deren Leben oder Sterben sich kein Zuschauer ernsthaft schert. Im Countdown-Slasher ist das an sich nichts Ungewöhnliches, macht die Sache aber auch nicht besser. Denn wo einzig interessiert, wer als nächstes niedergemetzelt wird und auf welche Weise, da besteht weder sonderliches Identifikations- noch Innovationspotential. Wem allerdings serielles Dahinschlachten als Dramaturgie ausreicht, der ist bei „No one lives“ an der richtigen Adresse. Vor diesem Hintergrund ließe sich die zweite US-Arbeit von Ryuhei Kitamura eigentlich mit einem Schulterzucken abhaken. Die Tatsache jedoch, dass eben kein beliebiger Miethengst auf dem Regiestuhl gesessen (oder Michael Bay produziert) hat, erfordert dann doch ein genaueres Hinsehen.
VERONICA MARS: Was bedeutet der Kickstarter-Erfolg für das Modell Crowdfunding?
17. März 2013Gar nichts – so lautet vermutlich die einzig sinnvolle Antwort auf diese derzeit heiß diskutierte Frage. Doch daran scheiden sich die Geister. Folgendes ist der Anlass: Fünf Jahre nach Ende der hierzulande im späten ZDF-Nachtprogramm gut versteckten US-Serie „Veronica Mars“ hat Showrunner Rob Thomas jetzt bewiesen, dass die Fans nicht nur immer noch großes Interesse an einer Fortsetzung haben, sondern auch bereit sind, dafür vergleichsweise tief in die eigene Tasche zu greifen.
SCHWERMETALL CHRONICLES (Staffel 1) | DVD-Review
13. März 2013Noch so ein Projekt, von dem Robert Rodriguez seit Jahren erzählt, ohne dass irgendein Fortschritt in Sicht wäre: eine Realfilmadaption der legendären Comicreihe „Métal Hurlant“, die den meisten wohl vor allem in Gestalt der animierten Verfilmung von 1981 und unter dem amerikanisierten Titel „Heavy Metal“ bekannt ist. Zwischenzeitlich war gar einmal von einer Bühnenversion die Rede, doch bis heute ist aus keinem der Pläne etwas Greifbares geworden. Guillaume Lubrano und Justine Veillot kann das Stocken nur recht sein. 2009 begannen die beiden mit der Entwicklung einer TV-Serie und legten erst einmal einen selbstfinanzierten Piloten vor. Das Konzept ging auf: Die sechsteilige erste Staffel ist bis heute in rund 30 Länder verkauft worden.
WISHES: Pastellfarben, Cheerleader und Ray Wise | Videoclip für Beach House von Eric Wareheim
12. März 2013Wer das Ende des Musikvideos als Kunstform längst beschworen hat, muss Wunderwerke wie diesen Clip für das amerikanisch-französische Dream-Pop-Duo Beach House schlichtweg ignorieren. Für „Wishes“ entwarf der hierzulande noch eher unbekannte US-Comedian, Autor und Regisseur Eric Wareheim eine in Pastellfarben getauchte Märchenvariante des Super Bowls irgendwo zwischen Ken Russell, Monty Python und David Lynch. Aus dem filmischen Universum des letzteren hat er sich Ray Wise geholt, der dem traumwandlerisch-kitschigen Szenario eine gehörige Portion gnadenlos überhöhten Pathos verschafft. Musikalisch trifft „Wishes“ in etwa genau die Schnittmenge von Julee Cruise und Air. Ansehen, schwärmen, Kopf schütteln.
Willem Dafoe und Ellen Paige verkörpern Game-Charaktere in BEYOND: TWO SOULS
09. März 2013Über 13 Jahre ist es her, dass David Bowie zwei Kurzauftritte in „Omikron: The Nomad Soul“ absolvierte und damit zu den ersten Weltstars gehörte, die ihr Konterfei im Umfeld eines Videospiels auftauchen ließen. Seitdem hat sich technisch eine Menge getan. Wenn im Herbst diesen Jahres mit „Beyond: Two Souls“ das aktuelle Game aus der Entwicklerschmiede Quantic Dream („Heavy Rain“) erscheint, dann wird das, was es dort zu sehen gibt, im direkten Vergleich zu Bowies 1999er Einsatz wohl wie ein echter Quantensprung wirken. Schaut man sich jedenfalls die ersten Bilder von Willem Dafoe und Ellen Paige in ihrer Game-Variante an, so kann man fast den Eindruck bekommen, dass die Originale ihren Alter Egos optisch kaum mehr etwas voraus haben.
DER HYPNOTISEUR | Filmkritik
03. März 2013„Valium“, hat sich unsere Redakteurin Laila Oudray beim Begutachten dieses kaum öffentlich wahrgenommenen Schwedenkrimis gedacht. „Wie Valium.“ Vor dem Hintergrund, dass der zweifache Oscar-Kandidat Lasse Hallström nach 25 Jahren erstmals wieder in seiner Heimat und ausschließlich mit schwedischen Darstellern gedreht hat, ist ein solches Urteil umso bedauerlicher. Vielleicht war das Bedürfnis einfach zu dringlich, nach „Lachsfischen im Jemen“ und „Dear John“ einmal radikal die Tonart zu wechseln. Dass das offenbar keine allzu gute Idee war, belegte die unmittelbare Rückkehr zu vertrauteren Gefilden. Wenn am 7. März Hallströms aktueller Film „Safe Haven“ in Deutschland startet, ist sein erst zwei Wochen zuvor angelaufener Ausflug ins Spannungsgenre jedenfalls schon wieder von den meisten Leinwänden verschwunden.
Selbst für den Teufel zu sündhaft: Ein vergleichender Blick auf WHITE ZOMBIE und NIGHT OF THE LIVING DEAD
02. März 2013Auch wenn die kontrovers geführte Diskussion um Quentin Tarantinos arg comicartige Auseinandersetzung mit der Sklaverei in „Django Unchained“ langsam wieder abebbt und Spielbergs „Lincoln“ bei den diesjährigen Oscars auf der Strecke blieb, haben beide Filme doch auf ihre Weise dazu beigetragen, dass Fragen ethnischer Diskriminierung im Kino eine neue Relevanz und Sensibilität gewinnen konnten. Ein Grund mehr, das Thema auch von anderer Seite her zu beleuchten. In ihrer erhellenden Analyse zweier Schlüsselwerke des Zombiefilms deckt Brittney-Jade Colangelo ein interessantes Subtext-Verhältnis auf, das eine Menge über Rassismus im amerikanischen Zeitgeist zu sagen hat.









































