Viral | Filmkritik: Teenage Wildlife

17. Juli 2017

Viral

[Lesedauer: ca. 2:30 Minuten]

Diese leicht verspätet in Deutschland angekommene Blumhouse-Produktion hat eine lange Historie hinter sich. Sie reicht nämlich zurück bis ins Jahr 1968 – so wie jede moderne Zombiegeschichte, egal ob als Film, Roman, Kurzgeschichte, Game oder TV-Serie. Vermutlich wüsste die Popkultur gerade mal nur am Rande, was genau Zombies sind, hätte nicht George A. Romero sie mit „Night of the Living Dead“ quasi erst in ihrer uns bekannten Form erfunden. Nur wenige Stunden vor Verfassen dieses kleinen Textes ist der Meister der Untoten im Alter von 77 Jahren verstorben, und so kann kein Gedanke naheliegender und angemessener sein, als der eben aufgezeigte, wenn es um einen Film wie diesen hier geht, dessen thematisches Umfeld, dessen Abläufe und unausgesprochenen Regeln uns heute so selbstverständlich erscheinen und doch ohne Romeros ultimative Blaupause kaum existieren würden.

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Das Kindermädchen [The Guardian] | Hexenhorror von William Friedkin erstmals in legaler Uncut-Fassung auf dem deutschen Markt

13. Juli 2017

Das Kindermädchen [The Guardian]

[Lesedauer: ca. 3:20 Minuten]

Es sei der erschreckendste Film, den er je gesehen habe, gab William Friedkin vor zwei Jahren enthusiastisch zu Protokoll und meinte damit „The Babadook“, den viel umjubelten Erstling der bis dato völlig unbekannten Jennifer Kent. Das war ein ziemlicher Ritterschlag, denn schließlich ist genau dasselbe vier Jahrzehnte lang immer wieder über „The Exorcist“ gesagt worden, seinen eigenen Beitrag zum cineastischen Horrorkanon, und Friedkin ging in der Folge gar so weit, öffentliche Screenings seines neuen Lieblingsfilms abzuhalten. Nicht bekannt ist, ob er dabei irgendwann an seinen 1990er Kassenflop „The Guardian“ gedacht hat, von dem sich Kent ein besonders einprägsames Requisit abgeschaut haben könnte: das Popup-Buch des Grauens.

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SoundTrack_Cologne 2017: Bruce Broughton erhält Lifetime Achievement Award

11. Juli 2017

Bruce Broughton | SoundTrack Cologne 14

[Lesedauer: ca. 1:30 Minuten]

Im mittlerweile 14. Jahr hat sich der Kölner Filmmusik-Kongress mit der seltsamen Schreibweise für die Vergabe des Ehrenpreises erstmals einen lupenreinen Mainstream-Komponisten aus Hollywood ausgesucht. Dagegen ist nichts einzuwenden. Ganz im Gegenteil: Nach einer langen Phase fast ausnahmsloser Konzentration auf hiesige Größen wie Irmin Schmidt, Peter Thomas, Christian Bruhn oder Eberhard Schoener kann man die Öffnung in Richtung Übersee nur begrüßen. Eine Umorientierung deutete bereits die vorjährige Auszeichnung von Cliff Martinez an. Jetzt also Bruce Broughton.

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The Dark Half: George A. Romeros Stephen-King-Verfilmung weiterhin auf dem Index

06. Juli 2017

Stark - The Dark Half | OFDb Filmworks

[Lesedauer: ca. 1:00 Minute]

Während Spitzenvertreter der AfD hierzulande offenbar konsequenzlos über ihre Pläne zur Gleichschaltung der Presse schwadronieren dürfen, gilt George A. Romero für die BPjM immer noch als übler Jugendgefährder. „Day of the Dead“ etwa steht bis heute – über drei Jahrzehnte später und ungeachtet zahlloser filmwissenschaftlicher Auseinandersetzungen – auf dem Index. Eine kürzlich erschienene Edition des Cinestrange-Labels blieb demzufolge zwangsweise unter dem Radar. Nicht anders wird es „The Dark Half (dt. Stark)“ ergehen, die 1993er Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Stephen King, die OFDb Filmworks am 07. Juli als aufwendiges Mediabook mit jeder Menge Extras neu veröffentlicht.

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Shakespeare für Anfänger [The Carer] | Filmkritik: 2B or not 2B

05. Juli 2017

Shakespeare für Anfänger | Filmkritik

[Lesedauer: ca. 1:40 Minuten]

Wer immer noch nicht genug hat von der Paarung knurriger Patienten im Rollstuhl und durchsetzungsfähiger Pflegekräfte, die nach der einen oder anderen Auseinandersetzung begreifen, dass sie eigentlich Seelenverwandte sind, bekommt hier Nachschub. Keine lustige Männerfreundschaft diesmal („Ziemlich beste Freunde“), keine tragische Romanze („Ein ganzes halbes Jahr“), sondern so etwas wie das Surrogat einer Vater-Tochter-Beziehung, auch wenn der Altersunterschied dafür viel zu groß ist. Ästhetisch bewegt sich „The Carer“ auf dem Niveau sonntäglicher Rosamunde-Pilcher-Verfilmungen im ZDF, aber weil Brian Cox die Hauptrolle spielt (und Roger Moore hier einen seiner letzten Auftritte hat), lässt sich diese britisch-ungarische Co-Produktion nicht einfach so ignorieren.

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Voice from the Stone | Filmkritik: Zeit des Erwachens

28. Juni 2017

Voice from the Stone

[Lesedauer: ca. 3:00 Minuten]

Vorweg: Weder der reißerische Klappentext noch das scheußliche giftgrüne Cover von DVD und Blu-ray werden diesem Film gerecht, der (ergänzt um ein lieblos zusammengezimmertes und – trotz langer Passagen auf Italienisch – untertitelfreies Making-of) gerade auf dem deutschen Markt erscheint und es leider nicht auf die große Leinwand geschafft hat. Damit ist zum Glück aber auch bereits alles Unerfreuliche zu dieser Veröffentlichung abgehakt. Der Rest erweist sich schon nach den ersten Minuten als stimmungsvoller und erlesen fotografierter Beitrag zum Subgenre des Geisterfilms, das in den letzten Jahren einige interessante Arbeiten hervorgebracht hat (etwa Guillermo del Toros „Crimson Peak“ oder „Soulmate“ von Axelle Carolyn). Dass der Regisseur bislang vor allem als Stuntman und Vfx-Spezialist gearbeitet hat, sieht man „Voice from the Stone“ in keinster Weise an.

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The Human Centipede 3: Deutsche Synchronfassung ohne Dieter Laser?

25. Juni 2017

Dieter Laser | The Human Centipede 3

[Lesedauer: ca. 3:00 Minuten]

Während es eine Weile so aussah, als würde der dritte Teil der Tausendfüßler-Trilogie von Hollands Export-Provokateur Tom Six tatsächlich als erster der Reihe ungekürzt und unbeanstandet den deutschen Markt erreichen, ist es in letzter Zeit wieder still um einen Film geworden, der rückblickend wie eine verfrühte Parodie auf ein Amerika unter zwei Legislaturperioden Donald Trump wirkt. Mit Ankauf der Lizenz für den hiesigen Markt wurde Hauptdarsteller Dieter Laser frühzeitig als deutsche Stimme seiner Rolle in die Produktion der Synchronfassung eingebunden. In einem Gespräch mit dem Schauspieler stellte sich allerdings nun heraus, dass die Dinge mittlerweile möglicherweise ganz anders liegen.

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Ambulance | Larry Cohens fast vergessener B-Film in makelloser Sammleredition

24. Juni 2017

Ambulance

[Lesedauer: ca. 2:00 Minuten]

100 Extrapunkte für die richtige Antwort: In welchem Film spielt Eric Roberts einen Marvel-Zeichner mit Stan Lee als direktem Vorgesetzten? Wissen Sie nicht? Ein Grund mehr, bei der schmucken Mediabook-Neuauflage von Larry Cohens 1990er Gaga-Thriller „Ambulance“ zuzugreifen. Als inoffizielles Begleitmaterial zur geplanten Abschaffung von Obamacare ebenso geeignet wie als willkommenes Ventil für alle Lebenspartner von „Grey’s Anatomy“-Fans. Da kurvt doch glatt ein ausrangierter Krankenwagen durch die Straßen von New York und sammelt kollabierende Diabetiker auf, nur um sie in einem Versuchslabor wieder aufwachen zu lassen, wo ihnen experimenthalber die Bauchspeicheldrüse eines Schweins implantiert werden soll. Ein B-Film für die ganze Familie also.

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Pet (2016) | Filmkritik: Käfighaltung

23. Juni 2017

Pet | Filmkritik

[Lesedauer: ca. 1:50 Minuten]

Dies ist der feuchte Traum eines jeden scheuen Jungen, der sich unsterblich in ein Mädchen verliebt, das nichts von ihm wissen will. Jeder Versuch, die Angebetete vom Gegenteil zu überzeugen, ist nicht nur per se zum Scheitern verurteilt, sondern macht die Sache nur noch hoffnungsloser. Am Ende schleudert sie dem armen Tropf schlimmstenfalls ihre uneingeschränkte Abneigung entgegen, bricht ihm das Herz und demütigt ihn auf denkbar schmerzhafte Weise. Was aber, wenn sich das Blatt doch noch wenden ließe? Wenn die Unwillige plötzlich in seiner Hand wäre, gezwungen, sich ihm ganz zu überlassen, bis sie erkennt, dass er und sie sich doch viel ähnlicher sind als gedacht? So würde man es sich wünschen – insbesondere wenn man Vollblut-Psychopath ist. Seth gehört zu dieser Spezies.

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Lippensynchron, augmented, virtuell: Gorillaz im 360°-Live-Stream

21. Juni 2017

Gorillaz | 360-Live-Stream

[Lesedauer: ca. 2:30 Minuten]

Die Grenzen verschwimmen. Kürzlich betonte Alejandro González Iñárritu anlässlich der Premiere seines eigenen VR-Films in Cannes eilig, dass Virtual Reality eine eigene Kunstform sei und keineswegs die Erweiterung des Kinos mit anderen (technischen) Mitteln. Ob das auch für Konzerte gilt, davon konnte man sich beim Kölner Auftritt der Gorillaz ein Bild machen. Erstmals streamte die (selber irgendwie virtuelle) Band um Damon Albarn diese Woche aus Köln einen kompletten Gig in raumumspannenden 360°. Wer allerdings vor Ort war und ab und zu sein Smartphone bemühte, um einen direkten Vergleich zu ziehen, wird festgestellt haben, dass man es hier mit zwei völlig unterschiedlichen Produkten zu tun hat.

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Tödlicher Segen [Deadly Blessing] | Frühwerk von Wes Craven in neuer Edition

18. Juni 2017

Tödlicher Segen

[Lesedauer: ca. 3:40 Minuten]

Mit anderen Meistern seines Fachs wie John Huston oder Robert Altman teilt sich Wes Craven das ungeheure Auf und Ab seiner Filmographie. Neben einschlägigen und stilbildendenden Klassikern findet sich da eine Menge Durchschnittliches, Verünglücktes und Vergessenswertes. Vor diesem Hintergrund drohen manche Zwischenwerke ganz aus dem Blick zu geraten. “Deadly Blessing [dt. Tödlicher Segen a.k.a. Dem Tode geweiht]” ist so ein Fall. 1981 als Auftragsarbeit zwischen zwei TV-Projekten entstanden, zeigt der Film nicht nur eine ganze Reihe erzählerischer Taktiken, die später zu Cravens Markenzeichen werden sollten, sondern überzeugt auch für sich. Eine jetzt erschienene Special Edition erlaubt zudem einen kleinen Einblick in die Entstehungsgeschichte.

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Gorillaz erstmals in 360 Grad | Konzert in Köln wird weltweit live gestreamt

17. Juni 2017

Gorillaz 360-Grad-Live-Stream

Damon Albarn ist noch immer für eine Überraschung gut gewesen. Warum also nicht mal eine 360°-Video-Performance ausprobieren? Mit den Gorillaz bietet er nächste Woche nun erstmals genau dies im Rahmen eines Konzerts in Köln. Per Stream können Fans auf der ganzen Welt live am Showcase des aktuellen Albums „Humanz“ teilnehmen. Zu sehen gibt es das Rundum-Event der immer noch größten rein animierten Band am 20. Juni ab 21:30 Uhr auf der Homepage von Electonic Beats oder den zugehörigen Facebook- und Youtube-Kanälen. Was Clint Eastwood wohl dazu sagen würde?

Hacksaw Ridge | Filmkritik: Frieden schaffen ohne Waffen

14. Juni 2017

Hacksaw Ridge | Filmkritik

[Lesedauer: ca. 3:50 Minuten]

Mel Gibson war noch nie ein Mann der leisen Töne. Als Filmemacher hat ihm seine wenig zurückhaltende Art immerhin einen Oscar (für „Braveheart“) und – das Wortspiel liegt einfach zu sehr auf der Hand – einen gewaltigen Geldsegen eingebracht (für „The Passion of the Christ“), privat ist sie ihm zum Verhängnis geworden. Nach einem Jahrzehnt wenig vorzeigbarer Cameos mit übler Grimassenschneiderei („The Expendables 3“, „Machete kills“) und akzeptabler, aber schnell vergessener B-Filme („Get the Gringo“) hatte ihn so mancher bereits abgeschrieben. Umso überraschender letztes Jahr seine Rückkehr auf den Regiestuhl, die auch Gibson-Gegner mit einigem Respekt goutieren mussten. 10 Minuten Standing Ovations bei der Premiere in Venedig holten Hollywoods verlorenen Sohn zurück ins Rampenlicht.

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Die Taschendiebin | Filmkritik: Alles Lug und Trug

11. Juni 2017

Die Taschendiebin

[Lesedauer: ca. 2:40 Minuten]

Nicht, dass es im Grundsatz irgendwer leicht hätte im Erzählkosmos von Park Chan-wook, aber für Liebende ist die Angelegenheit nochmal eine Stufe verzwickter. Sollte da für die Beteiligten überhaupt so etwas wie ein Happy End drin sein, dann bitte mindestens als menschliche Atombombe, die nicht zündet („I’m a Cyborg, but that’s OK“), oder als Kreatur der Nacht, die im Morgengrauen zu Staub und Asche zerfällt („Durst“). In gewissem Sinn kann man „Die Taschendiebin“ als Abschluss einer weiteren thematisch ausgerichteten Trilogie in seinem Oeuvre lesen (also Liebe statt Rache), zumal die Geschichte einer eigenwilligen ménage à trois selber dreigeteilt erzählt wird. Und wie bei dem Südkoreaner nicht anders zu erwarten, erweist sich die (un)heilige Dreifaltigkeit selbstredend als ein zweischneidiges Schwert.

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Die Mumie (2017) | Filmkritik: Cruise und Crowe kloppen sich

09. Juni 2017

Die Mumie (2017)

[Lesedauer: ca. 2:30 Minuten]

Sagen wir es gerade heraus: Dies ist ein sehr, sehr dummer Film. Das muss erst einmal nichts heißen, denn dumme Filme können durchaus ziemlich unterhaltsam sein. Jim Wynorski etwa hat seine gesamte Karriere auf sehr dummen Filmen aufgebaut. Die müssen einem nicht gefallen, aber dass sie langweilen, das kann man ihnen in der Regel kaum vorwerfen. Ganz anders im Fall dieses neuerlichen Aufgusses des altägyptischen Wiederkehrers aus der Mottenkiste von Universal, mit dessen Budget Wynorski bis ans Ende seiner Tage die Kameras laufen lassen könnte. Noch nicht deutlich genug? Dann versuchen wir es einmal so: „Die Mumie“ ist für Tom Cruise, was „Hudson Hawk“ für Bruce Willis war – das Papier nicht wert, auf dem beide ihre Verträge unterschrieben haben.

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Saboteure im Eis: Operation Schweres Wasser | Weltkriegs-Mehrteiler aus Norwegen

03. Juni 2017

Saboteure im Eis: Operation Schweres Wasser

[Lesedauer: ca. 2:30 Minuten]

Wo kommt denn diese Serie auf einmal her? Eine Reihe deutscher Schauplätze, Darsteller und hochkarätiger historischer Figuren, sowie ein nicht unerhebliches Kapitel aus dem umfangreichen Buch brauner Kriegshistorie, aber bislang keine Ausstrahlung im deutschen Fernsehen – darüber darf man sich schon wundern. Die Sachlage ist allerdings schnell erklärt, denn der norwegische 6-Teiler entstand ohne jegliche Einbindung von ARD, ZDF oder einem der einschlägigen Privatsender, und hiesige Fördergelder wurden auch nicht in Anspruch genommen. Womit sollte man da also protzen? Und als ob eine derartige Verweigerungshaltung nicht schon peinlich genug wäre, ist „Saboteure im Eis“ auch noch deutlich besser als das meiste, was hierzulande in Form hausgemachter Mehrteiler über die Bildschirme flimmert.

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XX | Filmkritik: Chromosom der Angst

27. Mai 2017

XX

[Lesedauer: ca. 2:50 Minuten]

Das Grauen ist geschlechtslos – deshalb im Deutschen auch das grammatikalische Neutrum. Die Filmindustrie, insbesondere die amerikanische, sieht das von jeher anders. Horrorfilme sind eine Männerdomäne und damit Basta! Nun ist das natürlich nur ein Genre-Beispiel für das Geschäft mit den bewegten Bildern an sich, wo Frauen, abseits ihrer Funktion vor der Kamera, in entscheidenden Positionen auch im Jahr 2017 noch immer unterrepräsentiert sind (und in aller Regel auch unterbezahlt). Aber gerade im Horrorumfeld zeigen sich weibliche Filmemacherinnen seit einigen Jahren deutlich auf dem Vormarsch: „Der Babadook“, „A girl walks home alone at night“ und „American Mary“ sind nur drei besonders populäre Beispiele. Zeit also für die erste Anthologie, bei der ausschließlich Frauen auf dem Regiestuhl Platz genommen haben.

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Class (Staffel 1) | Das Whoniversum dehnt sich aus

24. Mai 2017

Class (Staffel 1)

[Lesedauer: ca. 1:50 Minuten]

Ein bisschen viel ist das schon für die zurückhaltende April: Ihr heimlicher Schwarm Charlie mag nicht nur Jungs viel lieber, sondern ist überraschenderweise auch noch der Prinz eines ausgelöschten Volkes von einem anderen Planeten und zugleich Befehlshaber der vermeintlichen Lehrerin Miss Quill, die – dank einer Art Nacktmulch in ihrem Kopf – als Kriegsgefangene und Bodyguard unter seinem Kommando steht. Und weil beim Vertreiben außerirdischer Angreifer, die durch einen Riss im Raum-Zeit-Kontinuum aus einem Paralleluniversum in das uns bekannte Diesseits eindringen konnten, einiges schief gelaufen ist, muss April sich ihr Herz fortan mit deren König teilen und schwebt nun beständig in Lebensgefahr. Als ob man als Siebzehnjährige nicht schon genug am Hals hätte!

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Doppelfeature: The Void vs. Humanoid | Schnee, Monster, Carpenter

22. Mai 2017

The Void

[Lesedauer: ca. 3:50 Minuten]

Zwei aktuelle Beispiele, die seit vergangenem Freitag auf dem hiesigen Markt zu haben sind, zeigen vergleichsweise überzeugend, wie hoch das Niveau unabhängig produzierter Genre-Beiträge trotz überschaubarer Budgets mittlerweile ausfallen kann – wenn man nur will. Dass sich ihre Titel reimen, liegt ausschließlich am (übrigens identischen) deutschen Verleih, doch es gibt auch echte Gemeinsamkeiten. Inhaltlich setzt „The Void“ auf Retro-Horror, während „Humanoid“ als eine Art postapokalyptischer Schnee-Western daherkommt. Im Kern sind beides B-Filme und doch echte Herzensprojekte ihrer Macher. Zudem stehen sie für eine spezifische Entwicklung im digitalen Independent-Markt.

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The Great Wall | Filmkritik: Kriegsbeistand aus dem Abendland

18. Mai 2017

The Great Wall

[Lesedauer: ca. 2:10 Minuten]

Habgier schafft Monster. Da ist sicher einiges dran, doch wer hätte gedacht, dass man diese Erkenntnis so wörtlich nehmen muss wie in der ersten englischsprachigen Regiearbeit von Zhang Yimou („House of Flying Daggers“)? Dieselbe Untugend ist es auch, die den englischen Söldner William (Matt Damon) und seinen spanischen Begleiter Tovar irgendwann um die erste Jahrtausendwende ins Land des Lächelns gelockt hat, wo jenes sagenumwobene schwarze Pulver zu finden sein soll, mit dem sich trefflich Krieg führen lässt. Welche Reichtümer man sich wohl verschaffen könnte, hätte man nur ein paar Pfund davon! Doch dann stoßen die beiden auf eine imposante Mauer, die das gesamte Land zu durchziehen scheint und vor den Angriffen einer gewaltigen Armee ebenso hungriger wie hässlicher Kreaturen schützen soll. Ein echtes Ammenmärchen? Leider nein.

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