AMERICAN BURGER – eine Delikatesse aus Schweden

13. April 2014

American Burger

Die Kannibalenwelle rollt und könnte im Horrorgenre nach und nach den Zombies den Rang ablaufen. Erfolgreich bereitet Mads Mikkelsen als „Hannibal“ bereits in der zweiten Staffel ein delikates Gericht aus menschlichen Überresten nach dem anderen, gerade erst lieferte Jim Mickle mit „We are what we are“ ein ansehnliches Remake des mexikanischen Originals von Jorge Michel Grau ab, und im Herbst erweist Eli Roth mit „The Green Inferno“ den italienischen Drastik-Klassikern um hungrige Amazonasstämme eine verspätete Ehre. Eine vielversprechende Produktion aus Schweden könnte dem Kanon jetzt einen weiteren interessanten Beitrag hinzufügen.

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RUSH: „Bereit für meine Nahaufnahme“ oder: Laila Oudray auf dem Weg nach Hollywood

30. März 2014

Wer immer noch der Auffassung ist, Filmjournalismus sei eine brotlose Kunst, bekommt hier den Gegenbeweis geliefert. Unsere Redakteurin Laila Oudray führte ein simpler Castingbericht direkt auf die große Leinwand. Irgendwie jedenfalls. Auf dem Weg dorthin musste sie jedoch ein bitteres Klischee bestätigt finden: Wer beim Film Erfolg haben will, muss die Hüllen fallen lassen.

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THE GREEN INFERNO | Filmkritik

23. März 2014

The Green Inferno

Als Ruggero Deodato 1980 seinen wenig zurückhaltenden Schocker über einen Stamm menschenfressender Ureinwohner konzipierte, konnte er sich mit großer Wahrscheinlichkeit eher nicht vorstellen, dass ihn der fertige Film einmal vor Gericht bringen würde. „Cannibal Holocaust“ war mit seinem pseudodokumentarischen Stil so realistisch ausgefallen, dass der Filmemacher tatsächlich einige seiner Darsteller öffentlich vorzeigen musste, um zu beweisen, dass er sie nicht wirklich einer Horde Kannibalen zum gefälligen Verzehr überlassen hatte. Mit derartigen Auswüchsen muss Eli Roth wohl eher nicht rechnen. Für seine (ausdrücklich Deodato gewidmete) Liebeserklärung an das italienische Menschenfresser-Genre wird vermutlich jedoch eine andere rechtliche Maßnahme greifen, mit der sein Vorbild zu kämpfen hatte: die Zensur.

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Pettersson und der computeranimierte Findus singen wieder – wenn auch keinen großen Hit

23. März 2014

Pettersson und Findus

In „Kids“ beschwert sich der Rapper Marteria: „Keiner macht mehr Malle, alle fahren nach Schweden“. Und ja – das kann man nachvollziehen. Vor allem wenn es das Schweden ist, wo der alte Pettersson mit seinem Kater Findus wohnt: Ein ewiger und träger Sommer, Apfelbäume, die großzügig Schatten spenden, riesige Sonnenblumen, die den Weg links und rechts säumen, ein kräftig grüner und stiller Wald – kurz und knapp ein Leben, das schön daher fließt.

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FROZEN GROUND | Filmkritik

22. März 2014

Frozen Ground

In den letzten Jahren waren die Engagements von Nicolas Cage oft ein untrüglicher Gradmesser für die Belanglosigkeit seiner Filme: Bestenfalls mittelprächtige Reißer, in denen der vormals gefeierte Schauspieler nach Lust und Laune zweifelhaften Manierismen frönte. Mit der auf wahren Begebenheiten beruhenden Serienkillergeschichte „Frozen Ground“ unternimmt Cage nun einen Schritt in Richtung Rehabilitation. Frei von plakativem Overacting, vielmehr angenehm zurückhaltend, interpretiert er hier einen bodenständigen Sergeant der Alaska State Troopers, der sich gegen alle bürokratischen Hindernisse an die Fersen des vermeintlich unbescholtenen Robert Hansen heftet. Eines Mannes, der zwischen 1971 und 1983 mindestens 17 Frauen im Umland von Anchorage entführte, missbrauchte und ermordete.

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THE HUMAN CENTIPEDE 3: Erstes Foto zeigt Dieter Laser und Laurence R. Harvey

04. März 2014

Tom Six ist ein echter Verkaufsprofi. Nach Monaten des Schweigens und offiziellem Rückzug aus den sozialen Netzwerken kann sich der holländische Filmemacher breiter Aufmerksamkeit gewiss sein, wenn er jetzt mit dem ersten Bildmaterial des lang angekündigten dritten Teils der „Human Centipede“-Reihe wieder an die Öffentlichkeit tritt. EW publizierte heute ein Szenenfoto, das die Hauptdarsteller Dieter Laser und Laurence R. Harvey in einem Look zeigt, der kaum weiter von den beiden Figuren entfernt sein könnte, die sie in den Vorgängerfilmen verkörperten.

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SMILEY | Filmkritik

02. März 2014

Jetzt ist es also soweit. Nach der Erfindung von Teaser, Trailerteaser und Teaserteaser wird jetzt auch noch die Anzahl der Trailerklicks als Verkaufsargument in den Ring geworfen. Stolze 29.577.084 Aufrufe konnte „Smiley“ offenbar bis zum Druckschlusstermin des DVD-Covers erzielen. Während diese Zeilen niedergeschrieben werden, sind es rund 200.000 mehr. Zum Vergleich: Ein inoffizieller Ausschnitt aus „Snakes on a Plane“ mit dem Titel „The famous line“ (22 Sekunden) kann aktuell 3.090.920 Klicks vorweisen. Warum wir das erwähnen? Keine Ahnung. Ähnlich aus der Luft gegriffen erscheinen jedenfalls auch die meisten Plotwendungen dieses Films, bei dem man gut beraten ist, vor dem finalen Twist noch rechtzeitig abzuschalten.

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BLICK IN DEN ABRGRUND: Profiler im Angesicht des Bösen | Eine Dokumentation

12. Februar 2014

Blick in den Abgrund

Wer ehrlich zu sich selber ist, wird eine gewisse morbide Faszination für Mord und Totschlag nicht verleugnen können. Zum Beleg reicht ein Blick auf den gegenwärtigen TV-Markt. Der aktuelle Hype um Serien wie „Hannibal“ und „Bates Motel“ oder der langjährige Erfolg des „C.S.I.“-Franchise sprechen für sich. Serienkiller erfreuen sich in den erzählenden Medien anhaltender Beliebtheit. Auf der anderen Seite haben spezielle Ermittlerfiguren – Profiler wie Will Graham oder Gil Grissom – eine ganz eigene Form von Popularität erlangt. Deren realen Vorbildern hat die Österreicherin Barbara Eder ihren Dokumentarfilm „Blick in den Abgrund“ gewidmet.

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Philip Seymour Hoffman (1967–2014)

02. Februar 2014

Philip Seymour Hoffman

“Study, find all the good teachers and study with them, get involved in acting to act, not to be famous or for the money. Do plays. It’s not worth it if you are just in it for the money. You have to love it.”

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Monster und Menschenbastler: FRANKENSTEIN’S ARMY vs. I, FRANKENSTEIN

26. Januar 2014

Franksteins Army

Die Filmgeschichte nach Variationen von Mary Shelleys klassischem Schauerroman abzugrasen, würde Stoff für ganze Reihen von Büchern liefern. Die interessanteste Annäherung der letzten Jahre fand jedoch bezeichnenderweise auf der Bühne und nicht im Kino statt – wenn auch mit Benedict Cumberbatch in der Hauptrolle und Danny Boyle auf dem Regiestuhl denkbar stark vom Bewegtbildmedium geprägt. Für die große Leinwand ist das Thema derzeit im Wesentlichen verbrannt und hat maximal parodistisches Potential. Zwei aktuelle Beispiele versuchen die Wiederbelebung auf recht eigenwillige Weise und mit unterschiedlichem Erfolg.

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HANNIBAL: Katharine Isabelle übernimmt Rolle in Staffel 2

23. Januar 2014

Katharine Isabelle

Ab dem 28. Februar wird sich zeigen, wie sich Showrunner Bryan Fuller und sein Team die Fortführung des Psychoduells zwischen FBI-Ermittler Will Graham und seinem Gegenspieler Hannibal Lecter vorstellen. Staffel 2 der Serie um den hochkultivierten Kannibalen wird zwar weiterhin Prequel-Charakter haben, doch offenbar fließen diesmal Elemente aus gleich zwei Romanvorlagen von Thomas Harris ein. Hatte sich die erste Staffel noch ganz auf „Roter Drache“ konzentriert, taucht diesmal auch eine Figur aus dem dritten Buch der Reihe auf – und das in der Darstellung durch eine noch recht junge Genre-Ikone.

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VIOLET & DAISY | Filmkritik

06. Januar 2014

Violet and Daisy

2009 sorgte Geoffrey Fletcher mit seinem Oscar-prämierten Drehbuch zum Sozialdrama „Precious – Das Leben ist kostbar“ für nachhaltiges Aufsehen in Hollywood. Ein wuchtiger Auftakt im Filmgeschäft, der brennende Fragen nach kommenden Projekten stellte. Was würde Fletcher als nächstes in Angriff nehmen? Seine Antwort gab er schließlich 2011 mit dem eigenwilligen Kammerspiel „Violet & Daisy“, bei dem er auch auf dem Regiestuhl Platz nahm. Ein Kassenerfolg war ihm damit allerdings eher nicht beschieden. In Deutschland reichte es für seinen Erstling gerade noch so zur Premiere auf DVD und Blu-ray.

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HANNIBAL (Staffel 1) | DVD-Review

05. Januar 2014

Hannibal

Als Ruggero Deodato 1980 im Rahmen eines Gerichtsprozesses nachweisen musste, dass die Darsteller seines Schockers „Cannibal Holocaust (dt. Nackt und zerfleischt)“ keineswegs dem Appetit eingeborener Amazonas-Wilden zum Opfer gefallen waren, hätte er vermutlich keine müde Lire darauf gesetzt, dass die Thematik einmal das Zeug zum popkulturellen Phänomen haben würde. Bemerkenswerterweise veröffentlichte US-Autor Thomas Harris bereits im Jahr darauf mit „Red Dragon“ den ersten Roman um den kultivierten Soziopathen Hannibal Lecter, freilich ohne selber eine Ahnung davon zu haben, dass sich die Figur schon bald verselbständigen sollte.

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HOUSE OF CARDS (Staffel 1) | DVD-Review

30. Dezember 2013

House of Cards

Der größte Fehler des gerade frisch gewählten US-Präsidenten unterläuft ihm bereits in den ersten Tagen seiner Amtszeit: Entgegen seiner Zusage ernennt er Fraktionsführer Francis Underwood nicht zum Außenminister und schafft sich damit einen Feind im eigenen (bekanntlich weißen) Haus. Denn der Mann, der sich – so wie es die Amerikaner lieben – aus einfachsten Verhältnissen ins Zentrum der Macht hochgearbeitet hat, ist nur auf den ersten Blick ein verlässlicher Parteisoldat. Gewieft, skrupellos und mit allen Wassern gewaschen, hält er mehr Fäden in der Hand, als es seinen Gegnern lieb sein kann. „Underwood zerstört Menschen“, wird irgendwann jemand verängstigt feststellen. Dem lässt sich schwerlich widersprechen.

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Frostige Weihnachten mit Francesco Francavilla

24. Dezember 2013

Francesco Francavilla

Comickünstler Francesco Francavilla hat vor den Feiertagen offenbar in seinem Archiv gestöbert und ist dabei auf zwei besonders eiskalte Arbeiten gestoßen. Wir finden, hinsichtlich des Schneeanteils lässt seine Variante von Sergio Leones Klassiker selbst „Il grande silenzio (dt. Leichen pflastern seinen Weg)” deutlich hinter sich. Mit beiden Motiven wünschen wir unseren Lesern ein frohes Weihnachtsfest und entspannte Feiertage.

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Jim Jarmusch in Köln: Kinopremiere von ONLY LOVERS LEFT ALIVE

16. Dezember 2013

Only Lovers Left Alive

Wer dieser Tage durch Köln flaniert, wird Schwierigkeiten haben, zweierlei zu ignorieren: den allgemeinem Weihnachtsoverkill und die flächendeckende Großplakatierung für Jim Jarmuschs melancholisch-lakonische Blutsauger-Elegie „Only lovers left alive.“ Für eine Arthouse-Produktion mit deutlich eingeschränktem Zielpublikum mag das zwar auf den ersten Blick eine eher ungewöhnliche (wenn nicht gar verschwenderische) Maßnahme sein, doch gibt es mindestens zwei entscheidende Gründe für die auffällige Aktion.

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NAKED OPERA | Filmkritik

26. November 2013

Naked Opera

Angela Christliebs neuer Dokumentarfilm „Naked Opera“ ist in mehrfacher Hinsicht außergewöhnlich. Denn immerhin befasst er sich nicht nur mit einem faszinierenden, aber ebenso eigenwilligen Menschen, sondern lotet auf einer weiteren Ebene auch die Grenzen zwischen Authentizität und Inszenierung aus. Im Zentrum des Interesses steht Marc Rollinger, ein wohlhabender Personalchef aus Luxemburg, der an einer unheilbaren Autoimmunkrankheit leidet und ein glühender Opernliebhaber ist.

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Joe Dante dreht Zombie-Komödie BURYING THE EX mit Ashley Greene

20. November 2013

Joe Dante | Burying the Ex

Kürzlich erst ließ „Gremlins“-Macher Joe Dante aufmerken, als bekannt wurde, dass sein lang geplantes Biopic über Freund und Mentor Roger Corman endlich die entscheidende Finanzierungshürde genommen hat. Jetzt überrascht er mit einem weiteren Projekt, dessen Dreh bereits diesen Montag begonnen hat: „Burying the Ex“ ist der Titel einer Horrorkomödie mit einigen Jungstars in den Hauptrollen – darunter „Twilight“-Vampir Ashley Greene.

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THE WALKING DEAD (Staffel 3) | DVD-Review

17. November 2013

The Walking Dead | Staffel 3

Als man George A. Romero fragte, ob er Interesse hätte, bei einigen Folgen von „The Walking Dead“ auf dem Regiestuhl Platz zu nehmen, lehnte er dankend ab. Kürzlich fügte er hinzu, die Serie sei im Wesentlichen eine Seifenoper mit gelegentlichem Auftauchen von Zombies und dabei frei von Satire und politischen Implikationen – Faktoren, die seine eigenen Filme über die lebenden Toten auf die eine oder andere Weise immer ausgemacht hätten. Letzteres lässt sich nur unterstreichen. Seine Einschätzung der immens erfolgreichen Comic-Adaption hingegen ist blanker Nonsens. Dass gerade die dritte Staffel einige Ideen von Romeros „Land of the Dead“ weiterdenkt, würde den Meister vermutlich überraschen.

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CAPTAIN PHILLIPS | Filmkritik

15. November 2013

Captain Phillips

Man kann über die Rolle der realen Figur hinter dem titelgebenden Kapitän des 2009 von Piraten gekaperten US-Frachtschiffs durchaus kontrovers diskutieren. Nachweislich hatte er die empfohlene Distanz von 600 Meilen zur somalischen Küste nicht eingehalten und damit die Crew – so jedenfalls der Vorwurf im Rahmen eines angestrebten Gerichtsprozesses – wissentlich in Gefahr gebracht. Wie ernst man solche Vorwürfe nehmen kann in einem Land, wo jede Klage immer gleich auch mit astronomischen Schadensersatzforderungen verbunden ist, sei einmal dahingestellt. Im Film jedenfalls ist von derartiger Fragwürdigkeit nichts zu spüren. „Captain Phillips“ funktioniert auf allen Ebenen als moderne amerikanische Heldengeschichte. Und die hat es in sich.

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